Full text: Lübeckische Anzeigen 1810 (1810)

   
Nbeckifche 
3) NE 
  
  
Die dren Ninge 
Mus Leffings Nathan dem Weifen, 
(Sefhluf.) 
DD 
$ au mar der Bater tod, fo Ebmmt cin jeder 
Mit feinem Ring’, und jeder will der Fürßt 
Des Haufes fenn. Man unterfucGt, man zankt, 
Man Hagt., Unifenft, der rechte Ring war nicht 
Erweislidh. — Die Sbhne 
Berklagten ich, und jever fhwur dem Rıchter, 
Unmitrelbar aus feines Baters Hand 
Den Ring zu haben. — Wie auch wahr! — Nachdem 
Er von ihm lange das Verfprechen fchon 
Gehabt, des Ringes Vorrecht einnal zu 
Genieffen, — Wie nicht minder wahr! — Der Vater, 
DBethew'rte jeder , Fönne gegen ihn 
Nicht falfch gewefen feyn; und ch‘ er diefes 
Bon ihm, von einem foldhen lieben Vater, 
Yrgwohnen (aß, eh’ müß cr feine Brüder, 
So gern er fonft von ihnen nur das Befe 
DBereit zu glauben Fey, des falfchen Spiels 
Bezeihen; und er wolle die Berräther 
Schon auszufinden wiffen, ich fhon rächen. — 
Der Nichter forach: wenn ihr mir nun den Vater 
Nicht bald zur Stelle fchafft; fo weiß” ich eudy 
Von meinem Stuhle, Denkt ihr, daß ich Näthfel 
Zu (öfen da bin? Oder harret ihr, 
Dis daß der rechte Ring den Mund erdffne? — 
Doch halt! Ich höre ja, der rechte Ring 
DBefist die Wurderkraft beliebt zu machen, 
Bor Gott und Menfchex angenehm. Das muß 
Entfheiden! Denn die falihen Ringe werden 
Doch das nicht Fönnen! — Nun, wen lieben wen 
Bon cud) am meifien? — Macht, fagtan! Zhr Fhweigt? 
Die Rınge wirken nur zurüd? und nicht 
Nach auffen? Feder liebt fich felber nur 
m meifen? — D fo fend ihr aMe drei 
Betrogene Berrieger! Eure Ringe 
Sind alle drei nicht echt. Der echte Xing 
Vermuthlich ging verloren, Den Berluft 
   
Sonnabends den 24. 
Anzeigen. 
16. 
A 
Februar 
  
———— 
1870, 
Zu berzcu, zu Crjeßen , 1108 der Vater 
Die drei für Einen machen, 
Un Aljo, fuhr der Richter fort, wenn ihr 
Nicht meinen Rath, fkatt meines Spruches, wollt, 
Gebt nur! — Wein Rath ift aber der: Ihr achnt 
Die Sacke völlig wie fe liegt. Hat von 
Euch jeder feinen Ning von feinem Vater; 
So glaube jeder ficher feinen NRing 
Den echten. — Möglich, daß der Vater num 
Die Tiranney des Einen Rings nicht länger 
Su feinem Haufe dulden wollte! — nd gem 
Daß er euch alle Drei gelicht, und gleich 
Geliebt, indem er nicht zwen drücken möge, 
Um einen zu begünftıgen. — Wohlan! 
WE eifre jeder feiner unbefiochnen 
Von Vorurtheilen freien Liebe nach! 
Es firebe von euch jeder um die Wette, 
Die Kraft des Steins in [einem Ring’ an Tag 
Zu legen! Komme diefer Kraft mit Sanftmuth, 
Mit herzlider Verrräg!:chkeit, mit Wohlthun, 
Mit innigfker Ergebenheit in Gott, 
Zu Hilfe! Und wenn fich dann der Steine Kräfte 
Bei euren Kindes: Kindeskindern Auffern; 
So ad’ ıch über taufend taufend Zahre 
Sie wiederum vor diefen Stuhl. Da wird 
Ein weifrer Wann auf diefem Stuhle Azen, 
Wis ih, und furechen. Geht! — So Fagte der 
Befheidne Richter, — 
Gemeiner Befcheid, 
die zum Betriebe der Advocarır hiefelbft vors 
gängig zu impetrirende obrigkeitliche Zus 
Tajlımg betreffend, 
n Yebereinfinumung shit der beftehenden Sinrichs 
fung wegen der Notarien, verorduet Ei n Qochw. 
NMath, daß zum Advociren Hiefelbft Niemand ferner 
zugelaffen werden (oll, welcher nicht auf fein deshalb 
ad Curiam zu richtendes Sefuch, nad) vorgängiger 
Unterfußung in Beziehung auf feine Zuläffigleit zu 
diefem Sefchäfe, mittelft Decrets die Erlaubnig dazu 
erlangt und bemndchft das Bürgerrecht gewonnen 
  
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