Full text: Lübeckische Anzeigen 1806 (1806)

  
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Muflernrdentlidhe Beylage zu Nr, 42 der LübecFifchen Anzeigen. 
  
Sdeem 
viber die AYbnahme der Gelehrten ; Schulen 
und 
ber einige Der wichtigfien Puncte in der Öffentlichen und Privat; Erziehung, 
  
orberiHt 
Torgeude Paragraphen, die Ihres Berfaffers innigkte Ueberzeugung ausfprehen, und der fFrengfen Wahr: 
heiteliebe gemäß abgefaßt find, Ponnten vielleicht ku feinem fhicklichern Zeitpunste dem Lübekifehen Publis 
Zum mitgetheilt werden, alg eben jeßt, da unfrer Öffentlichen Lehr; Anftalt unter den günftıgfkten Vorbes 
deutnugen eine fo wefentliche Veränderung beworfieht, Sie follen, in diefer pidagogifhen Periode, worin 
fo Mancher unbefugt über Schulen ein Urtheil id anmaaßt, zur Berichtigung und Miiderung der Urs 
Zheile und Anfprüche, zur Cutfräftung manches ungegründeten Borwucfes, und befonders auch dazu benz 
tragen, baß der gegenwärtige Zußfand unfers Gymnafums den Weitern deutlicher befanur werde; die darimt 
jeßt geltenden Grundfäge, weil fie das Licht nicht feheuen dürfen, follen ihrer Beurtbeilung hingegeben, 
fie felbft aber auf das, mag von Ihrer Seite num Pflicht it, aufmertfanı gemacht werden. Neues 
enthalten fie eigentlich nicht, wohl aber einige von unberufenen Tadlern zu wenig brherzigte Wahrheiten 
des gemeinen Menfchenverffandes, die fhon darum in Erinnerung gebracht zu werden verdienen, damit, 
wenn ang der bevorfichenden Umgeftaltung nicht fogleidh auffallend große Wirkungen erfolgen, nicht in 
Kurzem alle Klaffen bis zum Erdrücen gefüllt werden, die Verkleinerungsfucht nıcht das ganze Werk für 
eitel und fruchtlos erkläre, noch auch im entgegengefeßten Falle das fhon beftehende Sute mit fOnsdem 
Undank verfenne, 
Langfam naht fih die Weisheit dem Ziele; behutfam und felten Schrittes geht der Achte Verbeffes 
rungs: Seift feinem Ideal nach, und wenn auch der Unglimpf feiner Bedentlichkeit fpotren follte; dennoch 
läßt er fih nicht zu ungeffümer Uebereilung bewegen. Doch zum Borberichte längft fhon genug! Nur 
diefe Bemerkung fey noch verginnt, daß die hier mitgetheiiten Aphorismen, ihrer Natur nach, in keinem 
durchgäugig Innern Zufammenhange fehen, aber jeder irgend eine Wahrheit in aller Kürze ausdrückt, die 
des Andenkens werth if, 
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Den Werth einer Lehr: Anftalt beffimmet nicht einzig, ja nicht einmal vorzugsweife, die Zahl ker 
Schüler. Ber in einır Daumfehule hundert verfrüppelte, oder größtentheils fafts und Fraftlofe Stämme 
anfzuweifen hätte, der würde fih (Acherlidy machen, wenn er feinen blühenden Pflanzgarten priefe. Das 
Gärtner: Lalent mag ihm unbeftritten bleiben; denn vielleicht it der Boden nicht günftig, oder cs fehlt an 
Mitarbeitern von hinreihender Anzahl und Fähigkeit, oder im fhlimmfien Falle wird gar der jungen Pflanze 
durdy verborgne Kanäle ein verderblider Saft zugeführt: nur veradhte er nicht feines Nıchbars Garreu, 
worin vielleicht nur die Hälfte der Zahl, aber Fräftig und vielverfprehend, heranwächft, Solange nicht 
jenes Morurtheil mit der Wurzel ausgerottet ift, wird man den Werth einer Schule immer mit verkehrrem 
Maaßgftabe meffen. Die ficherfte Empfehlung eines foldhen Inftitutes aber if die Zweckhnäfigkeit der Ein: 
richtung, die Fähigkeit und Treue der Lehrer, das moralifhe Wohlverhalten und geiftige Wachsrhum der 
meißften Schüler, 
SS. 2, 
S Unfer Zeitalter if der MeppigFeit und Bergnügungsfucht ergeben; jeder will früh und auf dem 
Teidteften Wege zum Senuffe gefangen; diefer Hang zur Ueppigkeit erfordert Sceld; aber dieß wird auibjam 
 
	        
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