Full text: Lübeckische Anzeigen 1802 (1802)

  
Eübekifche 
  
Nr, IN. 
Warnung. 
E; fcheint beinahe unglaublich, wie foralog die Men: 
{chen mir dem (qäpbarften Gute ihres Lebens, mit 
Ubrer Gefundbeir, verfahren, und ungeachter alier wies 
derholten Warnungen ihr Leben den augenicheimlichten 
größten Gefahren ausfesen. Gemohnheir, Bequemlichs 
cit, Vorurtheile, Berufen auf Falle, wo es nicht {has 
dere, angenehme Empfindungen 1. dergl. And häufig 
die Entichuldigungsgründe, um diefes verkehrte Berras 
gen zu befichbnigen. Ware man bhiertun ermas achtra; 
Mer, obne grade Ängfilich zu fen, wir würden von 
manchen traurigen Todesfällen weniger hören, Befons 
ders gegen das erfie Erfordernis zur Gefundheit, gegen 
BE von fchlechten Düngen moglicht (reie Yutt, HE 
man äußerft gleichgültig; und alle Berfündigungen das 
gegen befonders im Winter anzugeben, if beinahe un» 
Möglich. Wer als Arzt oder Seelforger die einen 
engen, dunftigen Zimmer Fennt, in denen oft Gefunde 
und Kranke bei einander fich aufhalten, In denen eine 
wahrhaft N Seh Yuft me nen wird, mag die 
fchauderbaften Folgen davon beftätigen.. Wer in mans 
hen Zimmern die unangenehmen. Wirkungen eines 
dunkenden ODfens erfuhr, mag es fich felbft (azcn, mas 
er empfand. Und doch finden ch noch immer Fraurige 
Beifpiele von manchen Unglücksfällen,_ die durch einen 
fo verdorbenen Kufrtreis entfanden. Statt aller übris 
Hi fiehe bier nur cin Erempel aus unfrer Nachbar; 
chaft, wie eine foldje Unbedachtfamfkeit vor EFurzem 
ween Menfchen das Leden Enoftere, Aber eg diene je; 
em jur Warnung, in Abnlichen Fällen vorfchtiger zu 
fen. Zween Miüdchen, welche einen Ausichlag au 
Ihrem Körper veripüren, wollen fich auf erhaltenen 
Narh durd) Einreiben äußerer Mirrel davon befreien, 
Die aufferdem inuerlich gebrauchten Arzneimittel find 
Much adlich und Feineswegs Urfache ihres Todes gewes 
fen, obgleich auch hier die Unvorfichtigleit begangen 
war, etwas ohne Verordnung eines Arztes zu gebrau; 
chen, Zur Würkfamkeit des Einreibens gehörte Wärme, 
und um diefes zu befördern, nehmen fie em Kohlieuer 
von Torf mit auf ihre Schlaffammer, laffen e$ nach 
vollenderem Gebrauch dorr ftehen und legen fich fchlas 
fen Die Hausfrau, welche am folgenden Morgen e$ 
nicht begreifen Fanıy, warum die Mädchen nıcht auf“ 
fichen, da fie des Abends doch gefund zu Bette gegan’ 
gen waren, geht in die Kammer, und finder die eine 
fchon tode, und die andre dufferft matt in dem traus 
vigiten Zufande, die freilich noch wenige Tage gelebt, 
Din doch auch ihre Unvorfchtigkeit mit dem Leben ge‘ 
Üßt hat, Bei der näheren Unterfuchung hat fıch Feine 
Pur von genoffenem Gifte gefunden, fondern die eins 
In Urfache ift die Erficung durch Nohlendampf gewes 
ch. Wer Fann dies lefen, ohne zurück zu fchaudern 
vor einer ähnlichen Gefahr? Und doch wer Fennt 
Micht die Gewohnheit, fd durch Feuerkieken, durch 
Kohleubeefen und dergleichen, Wärme zu verfchaffen ? 
Bedachte man auch die fhädlichen Wirkungen derfels 
  
Sounnabeud den 6, Februar 
N UICTGHCH, 
1802, 
ben, mas auch Merzte und andre vernünftige Leute das 
gegen fager mogten * Wohl dem, der durch andrer 
Schaden Elüger wurd, ehe es zu fpär if! 
  
An Srabe meines mir ewig unvergeßlichen 
Freundes, des Herrn WR, EC, Weftphal jun 
a 
Ju dald if Er für mich verfhwunden, 
Der Freund, den Ich auf Erden fand, 
Was ich ben deffen Tod empfunden, 
SE uiemand als mir felbf bekannt, 
Er ruhe fanfe der edle Freund! 
Weil Er’$ fo gut mit mir gemeint, 
P. N. 3. 
  
Gigriudere Erfahrung und prakrifhe Anweifung 
für Dranmmeinb: Auer, Detonomen und Oute- 
befißer. 
S; wird jedem, der lich das Gefchäft des Branntweins 
brennens gewidmet hat, angenehm fern, aus 3300 Df.- 
Kogkens oder Walzen: Schroot und 380 Pırnd gem, 
Malz, die nämliche Quantirär Branntwein aw Würde 
und Güre zu erhalten (mir einer Auslage von 5 bis 6 
Neichsrhaler), als wozu man fonft 480- Pf. NogFen 
Schroor und 380 Pr, Malz gebrauchen muß. 
Wer dafür 20 Stück vollw,. Louisd’or In poftfrenen 
Briefen an Herrn Koh. Hinr. Arien in’ Hamburg 
bey der Scharthors Brüce Nr. 67, einfendert, ers 
halr mir nächfter Pofk, unter verfiegeltem Couverr, 
die Abhandlung und Anweifung fchritzlich darkber, 
Huftiz: und Polizenlachen, 
Vorladung, 
YMuf Imploriren Dni. Lu. Chrif, Nicol, Carfens 
für Srs. Georg Conrad Scharbau und Michel Daniel 
Brandes , als Curatores bonorum des I. 6 _Hirfh & 
Siewerdtichen Concurfes, beundet fich hiefefdit, zu Ham 
burg und Schwerin ein öffentlich angefehlagne$ Proclas 
ma, wodurch Alle und Jede, welche an der SGemeins 
fchuldner 3. CE, Hirfd & Siewerdt Debir Mafle 
Aus irgend einem Grunde Anfprüche und Forderungen 34 
haben vermeinen, ein: für allemal vorgeladen werden, 
fich fpärfiens am 6, Oırober des Fünftigen Jahres 1802 
im biefigen NMiedergericht zu melden, ihre Forderungen 
anzugeben und zu Jußt.ciren, unter dem praeiudicio 
daf, nach Ablauf gedachter Frut, die Gläubiger, weiche 
fich nicht gemeldet, von der Maffe ausgefchloffen und 
Ddiefelbe an die Beykommenden gefeßs und ED 
fig vertheilt werden jolle, Acıum über ven 22. Huguft 
1801, 
Yuf STE Dni. Lt. Paul Chrifi, Nicolaus 
Lembceke, als ux ollıcio beftellten Curatoris hereditatis 
der am ı2ten Julius d. SZ. hiefelbfit verforbenen I os 
   
  
  
 
	        
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