Full text: Lübeckische Anzeigen 1801 (1801)

  
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güuübedifhe Anzeigen 
Mr. „8. Mittwody den 30, September 1801, 
  
  
Nachricht Alban Lübeifhe Publicum 
von der it vollenderzrn Reform unfrer hoben Schule, 
  
Es war bereits vieles gefchehen, um unfrer hohen Schule eine Verfaffung zu geben, worinn fowohl 
für die Erziehung derer, welche fih der Gelehrfamfkeit gewidmet haben, als auch derer, welche der: 
einft in den verfehiedenen bürgerlidhen Ständen nüßliche Mitglieder unfers Staates zu werden geden» 
Fon, auf eine den Zeiten angemeffene Art geforgt werden Fonnte, Ullein fo wie e8 das allgemeıne 
Long aller menfchlichen Anftalten von größerm Umfang ift; (o blieb auch hier nod) ciniges zurück, 
welches eine andere Geftalt gewinnen mußte; weiches einer Verbefferung bedurfte; und welches ciner gröz 
fern Vollendung fähig war, wenn dieß für Lübeck fo wichtige Inftitut die möglichfte VoNltommenheit 
erreichen füllte, 
Ein Hochedler und Hocdhweifer Rath hat nad) den hm eignen patriotifhen Gefinnungen bie 
nftalten getroffen, welche den noch übrigen Bedürfniffen abhelfen, und wodurch der laut gewordene 
unfd) des wodldenfenden Publicuins erfüllt it, CE find ftatt der Lehrer, welche um ihre Entlafz 
fi anbhielten, theils von Einem Hockweifen Rath felbft, £heils von unfern verehrungswürdigen 
Hikren Scholarchen jüngere, und mit den ndthigen Kenntniffen ausgerüfßtete Männer erwählt, 
Von ihrer Gefchicklichkeit und von ihrem Eifer Können die Väter, welche uns ihre Kinder anz 
bertrauen, :e8 fich verfprechen, „daß fie mit den übrigen Lehrern unferer hohen Schule wetteifernd fich 
bemühen werden, nicht bloß den-VBerftand, fordern auch das Herz derfelben fo zu bilden und fie fo 
END ON daß fie dereinft ihrer Baterftadt in den verfehiedenen Stänt:n die näßlihften Dienfte 
keiften Fönnen,. 
Nicht mehr vier, fondern zwölf Stunden werden wöchentlich dazu beflimmt feyn, der Yugenb 
in der Bürgerfchule einen hinreichenden Unterricht im Schreiben und Rechnen zu geben, Auch für die 
Gymnafiasten fürd it wöchentlich zwo Stunden felkgefeht, worinn fie in der Zeichnenkungk unterwiefen 
werden. _ Aus folgender Lectionstabelle wird Ein geehrtes Publicum 1) die Lehrfiunden, 2) die Lchz 
ter, welche fie hakten, und 3) die Bücher erfehen Fönnen, wornadh fie (ehren, und welche die Schi: 
ler mitbringen müffen, um aus ihrem Unterricht den möglichft größten Nußen zu ziehen, Der Plan, 
wornach die Unterweifung ertheilt werden muß, if gehörig entworfen, und die Lehrer werden fich 
ihrer Verpflichtung gemäß befireben, diefen durchaus zu befolgen, 
Der morgende Tag if dazu angeordnet, daß ih Vormittags um To Uhr in unferm Gymnaz 
fium, vermöge meines Amtes, die-neuerwählten Lehrer in ihre Acmter auf eine feyerliche Art dffentz 
lıcdh einführe.;, In deutfcher Sprache werde ih von den großen Bortheilen reden, welche ein Staat 
bon dem. zweckmäßigen Unterricht feiner Jugend zu erwarten berechtigt if; und die neu ermählten 
Xhrer an die Pflichten erinnern, welche fie ihrer BVaterftadt fehuldig find. Sie werden dagegen -ver=z 
fÜprechen, ihren Beruf durch gewiffenhafte Verwaltung deffelben zu ehren, 
So wie id) nach alter Sitte in einem lateinifchen Auffaße die erhabnen Väter unfers Staats 
und die verdienfivolien Gelehrten aus den verfchiedenen Ständen pflidhtmäßig eingeladen habe, uns 
mit Ihrer Gegenwart zu beehren: fo erfuche ich auch Sie, edle Bürger Lübeks, Ddiefer Tey-rlichkeit 
Beyzumwohnen , und den Lehrern unferer Schule dadurch einen aufmunternden Beweis von Ihrer 
beilnahme an dem Flor eines ffantliden Iußituts zu geben, deffen Einfluß auf häuslidhes® und 
tgerliches Wohl unverkennbar if, & 
N DBehn, Rector,
	        
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