Full text: Lübeckische Anzeigen 1801 (1801)

  
eubedifhe Anzeigen 
  
Mr. 52. 
Mittwod den 1, July 1801, 
  
Fernere Nachricht an das Publikum, 
unfre hohe Schule betreffend, 
och unbefricdigt mit demjenigen allen, was, 
um unfre Jugend, nicht für eine vergangene Weit, 
fondern bey gefhegener Cultur, für Zeit und Dıt, 
worin fie leben follen, zu bilden, der Innern Sin 
richtung nach, bereit® im vorigen Yahr, zu herz: 
lichem Dank des verfiändigen Publıkums , Tür 
aunfer Gymnafium und gefammte Bürgerfehule 
gefchehen if, lag E, Hochw. Mathe und der 
Ehrlicbenden Bürgerfehaft dirfes Inftitut nach der 
ganzen Würde feiner Beftimmung dermaaßen am 
Herzen, daß, um diefeibe möglichft vollfkändig 
erfüllen zu Fönnen, verfhiedene zweckmäßig er: 
fundene Berbefferungen mehr noch anzubringen, 
g:prüfte, vertheilte Kräfte rüftigen Lebensalter$ 
zum Lehren anzuwenden, u2d ohne durch alle 
Hrurige Stants:Bedürfntffe abgefchrecht zu werden, 
für die Beruhigung und Crleichrerung forgfältiger 
Eltern und für die Pflanzfchule TAnfliger Stände 
FTeinen, felbft beträchtlichen Aufwand zu fcheuen, 
befchloffen 4ft. 
Muf ihr gefhehenes Anfuchen werden der bis: 
herige Cantor, Hr. Schnobel und der College 
Hr. Friße bey demunter fo vieljährigen Dienften 
erlebten hohen Alter zur wohlverdienten Ruhe 
gefeßer; aueh der College Hr. von Melle von 
der visherigen Schularbeit befreyet werden ; alle 
mit Beybehaltung ihrer gewohnten Genüffe. 
Bon dem zu erledigenden Amte eines vierten 
Lehrers werden die SantoratzSefchäfte dem Zeitz 
bedürfniffe nach, und dem Beypiele mehrerer ver= 
befferten Schulen aemäß, für die Zukunft gänzlid 
getrennet; in deffen Stelle aber ein gefhickter 
Junger Philolog jurrogiret und unter dem Predıkat 
eines Subconrektors dergefla’t berufen werden, 
daß er auf Lebenszeit des jJubilirten Heirn Rektors 
und Cantorg mit vierhundert Neichsthalern Warie: 
geld und den ihm beyfommenden Fmmunitäten fich 
3u begnügen habe, 
Dagegen ift von E, Hocdhw. Nath der biss 
Herige Conrektor, Hr. Federau zum Prorektor, 
und der bisherige Subrektor, Hr. M. Kunhardt 
zum Conreftor ernannt. 
Sun Stelle der bezd.n abgehenden Collegen werz 
den der Hochanfehnlichen Herren Scholarchen 
EEE 
Maugnfizenzen Aatt eine® jeden derfelben, und 
zu Zheilung deffen Arbeit, zween Collaboratoren 
aus den belichteften Canbidarın E&, Ehrwürdigen 
Min fteriums folchergeftalt erwählen, daß unter 
Erlaffung der bisrerıgen Kirhen-Arbeit und des 
Leichengehens, Schul-Ceichen aussenemmen, als 
für welche bende Dienfte art aller Collegen anz 
dermweitig geforgt ıft, ein jeder de;felben, bis er 
zum Predigtamt berufen wird, ein jährlidkes Warz 
tegeld von vierhundert Mark genieffen, nach Ablız 
ben des Yusgebienten aber je zweern CoNaboratoren 
deffen Emolumente Wnter fi zu theilen haben, 
Der Schreib: und Rechenmeifter, der einen tüch“ 
tigen Gehülfen zu ich ziehen foll, wird Mittwochs 
und Sonnabends Nachmittags von 2 bis 4 Uhr 
feinen Unterricht fortfeßen, auch mit den Knaben 
der benden unterften C'affen die übrigen Tage der 
AMoche von 4 bis s Uhr im Schreiben anfangen, 
mithin zwölf flatt vier Stunden wöchentl.h unz 
terrichten. Er wird auch zu Erfparung der Zeit 
und um befferer Ordnung willen, gefchnittene 
Federn, Dinte und Dintenfäffer halten, wofür 
ihm von jedem Schüle- 6 fl. vierteljährig verz 
gütet werden. 
Der Zeichnenmeifter wird ebenmäßig einen gleich 
tüchtigen Lehrer zum Gehülfen nehmen; und auch 
in den dren öberften Claffen werden künf ig die 
bisberigen Schrlinge fortwährend geübet und in 
diefer Kunft noch weiter gebracht werden, 
Der Lehrer der Franzöfifchen Sprache voll, auffer 
den bisherigen wöchentlichen acht Stunden feines 
Unterrichte, noch zwo Stunden in den benden 
unterfien Eiaffen mit den Elemen’en beginnen, um 
die Heinen CSHüler zu den folgenden Lıltionen 
vorzubereiten. 
le diefe neuen V-rbefferurgen nehmen mit bez 
vorkehenden Michaclis$ ihren Anfang. Mödkte 
damit das ganze Zurrauen unfers Publikums gez 
mwonnen, durch Zufluß und Flor diefe nun fo_erz 
weiterte Lehranftalt gewürdiget und die beabfich: 
tiate Bildung des heranwachfenden Gefchlecht® 
‚glücklich erreichet werden ! 
  
Hujtizs und Polizenfachen, 
MBorladung, 
Demnach der Erbpächter Hans FriedrichNMus 
mobhr feine SrbpachtrfieNe zu Stodelforf verkauft und 
dem Käufer foldhe ren von allen Real, Uniprüchen zu 
 
	        
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