Full text: Lübeckische Anzeigen 1800 (1800)

  
zmedicinifhe Nachricht, 
(N langen Yahren hat der Herr Doctor Anton 
eins in Hanıburg daran gearbeitet, um für den 
menfchlichen Chrper einige heilfame Mırtel durch 
ein eignes Laboratorium zu bereiten, da folche an 
Diele auswärtige Derter eine bıliebte Medicin ges 
worden , fo if davon gleichfalls ein frifcher Vor 
rath allkier angefommen und ben Carl von Hab: 
len oben in der Holkirage acht und aufrichtig in 
ECommißfion zu haben, als; : 
No. 1.1. 2. Pulver wider alle gihtige Krank: 
heiten, Diele Pulver Können mit allem Rechte 
ein Mittel folcher Urt genennet werden, weil 
feldige au wahrer innerlidher Güte und unverbefz 
ferlicher Wirkung ihres gleichen nicht finden wers 
den, Sie verbeffern auf eine vorzügliche Urt die 
Salle, führen die überflüßigemFeuchtigkeiten, die 
zu den bekannten flußhaften Krankheiten, als Pos 
dagra: Gicht: Glieder = Lenden= Nieren: Ohrens 
Zahn: und Kopffichmerzen Gelegenheit geben, aus 
dem Blute und Säften ab, Man giebt fie auch 
mit erwänfchtem Erfolge den Schwangern, Wöchz 
Kerinnen und Säugenden wider alle Befchwerz 
den; das Loth vonDio. ı Foftet ı MP. 8 El., von 
No. 2. it zu bemerken, daß felbiges etwas mehr 
für den Schwachen eingerichtet, welche bereit® 
die Schwindfucht und Auszehrung befürchten, 
und daher im Körper eine Müdigkeit jpären; nach 
wenig XZagen Gebrauch wird die wankende Ges 
fundbheit fich verlieren, das Loth 2 ME. 
No. 4. Laxierpulver. Diefes Pulver befreyet 
Magen und Gedärme von dem fich darin aufhal 
tenden Schleim, überflüßiger Wäfßfrigkeit, Galle, 
Säure, falzigen Schärfe, und nimmt dasjenige, 
welches ctwa in den Magen zu den Magenkrampf, 
Soodbrennen, und in den Gebärmen zu den em: 
pfindlichtten Schmerzen unnatürlidhen Gährung 
oder zur würklichen Fäulung Gelegenheit geben 
möchte, wie auch die Würmer bey den Kindern ab; 
das 1 Loth ı ME. 
No. 5. Weiffes Digefkivpulver. Diefes Puls 
ver if nicht (Do eingerichtet, wie die mehrfien weiß 
fer Pulver zu thun pflezen, daß foldhe den Mas 
gen befehweren und erkälten, fondern es hebt auf 
eine gelinde und ganz unverbefferliche Art die 
Derfiopfungen, welche die gemeinffe Quelle der 
Hypochondrie; e8 (teuret den Leibjchmerzen ,. den 
Magenkframpf, infonderheit if e8 ein herrliches 
Mittel gegen die Berfchleinnung des Magens, wos 
von Öfters Enabrüfßigkeit, Erftickung, Ohnmach: 
ten ja gar die berrübten epileptirchen Hufälle ihren: 
Vrfprung nehnrten, Auch leiflet e& in den Bez 
fmwerden. der goldnen Ader im allen Ungsdnuns 
  
El AN RL EEE RE 
gen der monathlichen Reinigung, im Slutdus 
fen, die ermünfchte Dienfle; das Loth 12 Bl 
Für fhwade Perfonen if auch von diefem Puls 
ver befonders eingerichtet mit dem Zeichen D X 
äXoth ı2 Bl. 7 
No. 8, Blutreinigungstropfen wider die 
moglichfie Verdorbenbheit des Hluts und veifer 
feinfien Säften eingerichtet, Dieje Tropfen 
find für alle mögliche Unordnungen in unfern Blut 
und Säften, fü daß die (chleichenden und offens 
bar fidh zeigenden Krankheiten mit Gemwipheit 
entgegen gefeßt werden, Man kann durch diefe 
Xropfen alle mdgliche Unreinigkeit bezwingen, 
weil foldhe die Galle umändern und deren Uebers 
fAlüßigkeit fortfhaffet, woraus Podagra, Gicht, 
Glieder und mehrere Schmerzen entfiehen, fie 
wirken auch auf die faulende Säure, als Scors 
but, Kräße, Neffelfucht, Scharlachfieber, Mas 
genframpf; in BVenerifhen Maladien if nichts 
beifer zu gebrauchen al8 diefe Zropfen, wie auch 
in ftocfender monathlichen Reinigung ; 2Loth 241. 
No, 10, Wervenftäirkende und heilfame Anss 
würfe der L7atur befordernde Tinctur. Diefe 
Tinctur it gut von Gefhmack und hat fafßt obige 
Wirkung mit No. 8. weil foldhe gleichfalls das 
Blut und die Säfte verbeffert, überdem if folches 
ein fehr Fräftig würkendes Mittel in podagraifchen 
Schmerzen, fo das fehr viele, wenn folcdhe abs 
wechfelud mit dem obigen Yulver No, 1, ges 
braucht, das Podagra gärzlich gehoben und fers 
ner Feine Anfechtung davon gehabt; 2 Loth 2481 
, Mo. IL. aupt und YTerven färkender Spis 
ritus, Bon der Güte diefeß Spiritus und def: 
fen Würkung kann nicht geaug befchrieben wers 
den; nad) einigen Gebrauc), wo folcher die befte 
Hülfe verfchafft, empfiehlt fich folcdhes von felbft, 
SInnerlich diener derfelbe zu einer wahren Stärs 
Aug des Gehirns und zur Belebung und Aufz 
munterung der Nerven, machet die Traurigen 
munter, vertreibt den Huften, wenn folder auch 
mit But vergefellichaftet wäre, in Mutterbes 
fehwerden, anftectenden Krankheitew, Podagra, 
im aller midrigen Zufällen des Wochenbettes, 
Berhaltung des Urins, fließende oder trübe Hus 
gen; äufferlich dienet foldher wider hefrige Kopf 
fehmerzen, wenn man fich die Schläfe damit bes 
ftreichet ; in Dhrenfhmerzen, Taubheit, wider 
den weiffen Staar, offene Wunden, Froft in 
Händen und Füßen, 2 Loth Foflen ı ML. 
No, 13. Tropfen wider gichtifche und kampfe 
hafte Zufälle, Diefe Tropfen find die Quint 
Effenz aus den benden obigen Pulver No, 1.14 2, 
fie dringen aber Fräftiger und gefwinder durch, 
hauptfüchlich von der Podagra zu befseyen, wis 
#F 
  
 
	        
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