Full text: Lübeckische Anzeigen 1798 (1798)

  
Bekanntmachung. 
S fehr auch olle patriotifh gennnte hieflge Bürger 
) und Einwohner, nach er in den DIeHGEn N 311900 
den 9. Geptbr. v. St. zingerücten ekaanlmachung, zur 
Erleichterung und Beförderung der Ligen @atcHtel: 
alzungsanga. ten, Dur B:NaMEre Defolgung Dr zu Dies 
fem SZmwccke pudlicırten Verordnung, und feldit durch 
eifrige Mıtwirkung alles möglıch: auf das rübhmlichge 
bengetragen haben, fo ıd dennoch, irfonderdeut Don tis 
gıcem herrfchaftlıchen SGefinde, wie auch von Tagelddhs 
nern und Arbeitsleuten der 2te, ate und 13te Yriikel 
Dderfelben durch Ausmerfen des Kebrichts, des Schuits, 
und Hinlegen ds Holz: auf die Saffen übertreten, fo 
daß mıcht nur dadurch die Straßen für Fußgänger und 
ubhrwerken unfichee gemachet, fordern auch die beab- 
htigte mögliche Meinlıchleit derfelben verhindert wors 
den. Meonn man nun zum Beßen und zur Befriedigung 
des Yublicums -fich wird angelegen fenn laffen, auch fer 
nerdin in diefer Ungelegeubeit die zwechmäfıg ken Deriüs 
gungen zu treffen, fo bat man zur Warnung für ders 
gleichen Veichtfinnige den Indalt diefer Soffenreintgungss 
verordnung micder in diefem Wochenblatte abdrucken zu 
Jaffen, dienlidh erachtet, Actum Lübeck an der Wille 
ben 1, Sıptbr, 1798. Ö 
Hnbalt des Gaffenveinignngs-Reglements 
„vom 27üäen May 1786. Ka 
Ss wird ein jeder Burger und Einwohner diefer Stadt 
odeigkeitlich erinnert und zu feinem Mortheil ermahnet ; 
1) So weit dir Bezirk feines Haufes, Kellers, oder 
Bude fich erätecket, vornemlıch an den Tagen und gegen 
die Zeit, da die ADagen den Unsath abholen, die Safe 
fegen und das Zufammengefebrte auf den dazu vorbın 
gewidmeten. YDiak legen zu lafren, damit die yndıleute 
€$ deko gefehwinder und bequemer aufladen Fönnen, 
2) Keinen Auskehricht oder Unrath, c$ (ty Was e$ 
mwoRe, auf die Gafen, Öffentliche Plage, Kirchhöfe, an 
die Stadtmauer, den der Trave oder Wadenig am 16 
nigken vor cincs audern hüre augzumwerfen, fondern 
fo songe im Haufe zu behalten, bis der auf die Safe 
ang:mi-fene Cardmann anfähret, der (odanı das, was 
äbur entweder auf dem Wagen gefehüttet , vder neben 
demselben fo bingemworfen wird, daßer cs mit der SHhaufs 
fel aufladın Faru, wenn NUT Fein @t4Ingraus Darunter 
aß, mitmanımt und wegfübhtet. 6 
3) Den eiwanzgin Kuh, Pferde: oder (onftigen Miß, 
mag ein jeder, der folden zu ganzen Sudren aufoerwahs 
zen kann, nach eigenem Gefallen anwenden, Doch muß 
er ihn nıcht eher auf die Straße bringen, bis er ıhı (0% 
fort DE a Fann, noch weniger Scmwinnfies Daider 
Mikdaufen auf den Strafen anlegen. nt 
4) Den Graus von Steinen, Kalf oder Leimen, €$ 
fen viel oder wenig, mus sr auf feine Kofler wegbringen 
Jaffen, und dis er dazu Anfalt gemamt, nicht auf die 
Straße (chütten, noch mut Muß belegen, paf fe dadurch 
undrauchbar gemacht würde. Wer eın“ altes GrbAude 
ganz, oder zum ZOr-il abbrechen und Katt deffen cin neues 
auffübren laflen will, muß fich ben der Avette meiden, 
und dafelbft wegen des Dickes für den Schutts und ans 
dere Baumateriaiien Verordnung gewär.ı0eN. % 
5) Schnze und Eis darf nicht ausgeworfen, auf die 
Safie getragen, noch in Hlıgar aufgefehaufjelt merden, 
{ondern wenn jemand folcdhes aus feinen Dachrıunes oder 
Hofe räumen will, muß cr es fogieich auf «gene Kof.n 
mwegbringen Laffen, ; 
6) Das für Menfchen und Died fo gefährliche Uuss 
werfen des zerbrowenen Glafes auf die Gafen, wırd 
ben fchärfßer Yhndung biemig 2As=;lıdh Derbothen, 
   
  
7) Die Fubes und Hausleute müffen (Ihre Yferde ın 
Mirchebäufern nicht in den Strafen füttern. Würde 
cber jemand € ihren vor finem Daufe (Tma Mäbrend 
dem uf un? Ybladen geffaitzr, fo muß dadurch meder 
die freie Sahrr in der Safe gedemmer, nuh den Nach 
barın zu Befchwrrdem Kıllaß gegeben werdwn; d.r Der 
wohner des Haufes, der das Füsiern erlauok, muß den 
davon en:fiihenden Kinratd fozleidh, menn der Wazen 
mweggefabren ik, zufanımenEchren, und fo dald möglich 
megfchafien Taffen. > 
8) Yuf dem Kouf- und Klingenberg, dem Tforde: und 
uttirmaret, mögen zwar die Landieute, mährerd daß 
e zum Werkauf ihrer Producten Dafıldıt halten, fo weıt 
€$, odne den Fabımweg zu drengen, oder die NMachdaren 
zu beläfligen, gef&beden Fann, ıdre Pferde füttern, Es 
müffen aber die dafzlbf beffelten Feger, fo bald die Warkts 
zeit vordey id, den Unrato zufammzn Echren, und täges 
lich wegfchaffen, oder gewärkıgen , daß dasjenige, was 
file aus Eigennus oder NMachläbigkeit dafeldE häufen, 
durch die Wette =: Diener und Kncchte den Landleuten 
Preis gegeben werde, a 
9) u der Schiachtzeit muß ein jeder den Unfath 
von feinen gefhlachteten Vieh odne Yuffchub on dem 
dazu defunmten nächlien Ort zufommen Ehren I 
Die Feger der Öffentlichen age And fuldiy, Die X 
marEte cägi.ch teLn 3u Deltn und den Mıßk wegsufchuffen, 
10) Die Gaffen und Nınnkeine vor den Häufern müfs 
fen zum Öftern, und Ddefonders an den Tagen gereinisct 
amd ausgefehlämmet yo:rden, menn die Wagen den ne 
zath abholen, Damit durch deren fbädliche Ausdünuung 
die Luft nicht vergiftet, und der Udfluf des Maffers 
nicht gehemmet werde. ON 
11) Gin jeder Hausbefig r wird biemit eriunert, foo 
mobi das Pfaker als dıe Mınnefteine vor feinem Haufe, 
mie ibm obuedin obliegit, in dehdrigem Stande zu er: 
halten, und mas etwa daran mangelt, ehenens und bey 
egenmärtiger bequemen Yahreszeit ausbeffern zu lafftn. 
SE wird aber daben 
ı2) den Steindrückern alles Ernfies und dev Strafe, 
aNenfahs Den Merluft ihres Amts, mıederdoit diemit 
anbefadlen, die Straßzn grade und gluchfötmig, und 
vor einem Haufe nıcdht böder no ab.Anyıger als vor 
dem andern, und überhaupt ınıt m.hHrecem Ficf, als 
zeither gefbeben, zu pflaftern, die Rınnen vdr den Haus 
fern und die Ziele über die Straßen fo anzulegen, daß 
allenthalben das Wafjer beddrig abßicyen kann die Abe 
meifer Steine oder Pfädhle vor ven Haujern nıcht weiter 
auf die Gafe vorzurücken als fie jego (chen, und übers 
daupt nıchts eigenmächtig vorzuuchmnen, modurch die 
Gaffen bzenget, deren Meinkıchkeit erfhwerst, oder die 
Machdaren deeinträchtiget werden Fönnen, und wenn 
ibnenvon den Bauherren Neuerungen angemiutdet wecs 
den, dieferwegen vorder dep den Hercen der Wette anz 
fragen, oder die Bauherren dahin zu verweifen, So 
wird auch . “ 
33) den Tifchlern, Drechelern, Stublmachern, Blocke 
drehacn, Mademachern, und andern noch einmal biemit 
unterfagt die Strafen mt Holz oder andern Materialen 
zu belegen und Drengen, S 
14) Endlich wird das aller Ehrbarkeit und MWoblans 
fändigkeit fo Sn zuwider Icufende Merunveinigen der 
Straßen und Sffentlichen Pläpe mit Menfchenkoth ben 
fehwerer und nach Bennden Leibesütrafe verdothen, 
Mann nun wohl niemand unter unferu Bürgern und 
Cinwohnern das Semeinnügige Diefer Unßalt verfennen 
wird, fo verfpricht fich Lın Sochedl, Sodhw, Rath 
au fo gewifjer, Daf ein jeder DON felDB geneigt ftyı werde, 
  
   
  
   
  
  
  
   
	        
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