Full text: Lübeckische Anzeigen 1792 (1792)

Beytkrag 
zum 33iehn Stücf der Lubeekifchen Anzeigen. 
Mittwochen den ı5ten Auguft 1792. 
OS 
  
  
9 mploriren Dni. Philipp SFridridh Lamprecht 
und Dni. Johann Seorg Pererfen, als Obrigkeit: 
lich befielter Curatorum hereditatis jacentis des hiefelbf 
am 22, Yunit d. 9. undeerbt verforbenen Bürgers und 
Yferdekänfer Yelteken Johann MerrhiasPolgenbagen, 
iß alldier valvis Curiae, wie auch zu Hamburg und Dloen 
ein. publicum Proclama. affigirt worden, Fraft weichen 
aHe Ddiejeifigen die ex capite vel hereditatis vel crediti AN 
des vorgenannten Tobann Marrhias Polpenhagen 
Nachlaß Anfprüche zu haben vermeinen, wie auch diejes 
nigen die dem detando mit Schulden verhaftet find oder 
von ihm Pfander in Hauden haben, persmitorie vOVgE- 
laden werden, binnen En 1und Tages a die mortis, 
alfo Iängfens den 8. Auguft 1793. vor hiefgem Marfakss 
Gerichte zu erfcheinen, Ihr etwaniges Erbrecht oder ıhre 
Forderungen anzugeben und behörig zu jußificiven, nicht 
weniger die Schuldzn, womit fie Dem defundo verhafter 
find, oder die Pfander, fo fie von ihn in Händen haben, 
aufzugeben, mit der Wermwarnung, daß die in termino 
raefixo fich nicht meldenden Erben und Gläubiger mit 
Ihren Unfprüchen präcludirt, die fäumigen Schulduer 
und Pfandgläubiger aber nach Verlauf diefer Stift vefp, 
mit der GSirafe doppelter Zahlung oder Berluft ihres 
Pfandrechts belegt werden foller. Yıtum Lübeck am 
Marfiail den 2. Kuguß 1792, 
In fidem 
A. D. GÜTSCHOW, Lt. 
  
Bekannrzmacdhun sg, 
DD Mubkikum macht man hierdurch dekannut, daß 
zwar uunmehro die Pränumerations-Zeit, zufolge 
des Avertiffenents vom 1. May d, Y. in DBetre $ 
angrFündigten neuen Gährungs-Mitfeis den 1, Auguff 
gefchloffen, und weiter Feine Pränumeranten für een 
Eouisd’or angenommen werden, Da man aber aus dent 
hr wichtigen Grunde, daß im Sommer Fein uNzuber- 
läßigeres Gefchäfte feyn Fanır, als das Branteweinbrenz 
yon, mithin nıau bey manchen vielleicht Chicanuen haben 
würde, wenn man den widrigen Einfluß der Hise auf 
Untojten jenes Mittels auslegte, wie einem jeden Werks: 
verfändigen gleich einleuchten wird, weit feibiges wohl 
die Stelle des‘ gewöhnlichen Ferments vertritt, aber 
teine Wunder thun Kann; ferner diefem noch hinzu tritt, 
daß der Erfinder außer einenı gerichtlichen Documente, 
das cr über folgende Musfagen einiger Branteweinbrens 
ner an Eidesfatt aus einem Dekaunteh Handelsorte in 
Händen dat, nemlich, daß ı) das Mittel eine volkom: 
Mene SGährung bemwürkt, 2) gefund fen, und von Men: 
fhen und Vieh genuffen werden Fönne, ® Daß man 
An a’4 (Br. bis 100 Scheffel fertig machen , % daß 
es täglich obhue viele Mühe angefchaft werden tdune, 
und 5) daf cs Feine Verminderung un Brautewein ver 
fehaffe, und diefer im Gefchmack von andern , mit Gef, 
gar nicht zu unter (cheiden fey — noch ein großer Herr den 
Werfuch davon unter feinen Yıgen machen laffen wi, 
GSelbft aber erkannt, dDaf diefes bey der Kaigen Jahrs- 
  
zeit wegen der fchädlichen Einwirkung den diefe Sailom 
in faß alle Gewerbe von der Art hat, die durch die 
Meingährung, die hier erforderlich, und in Feine Eh19- 
FA übergehen U ihre Entwicklung und Vol: 
ommenheit erreichen folen nicht angeht, und Feine 
Frode zu machen fen. Diefemnächft auch die wenigen 
AAntereyenten, fo man bisher noch hat, dem Erfinder 
gewiß nicht verargen werden, wenn er daß wichtige 
U jenes großen verehrungsmwmürdigen Manıes zu 
cuugen fucht; So wird ein jeder billig Denkender bıw 
diefen verfchledenen Hinfichten es zufrieden feyn, wenn 
er die mwürkliche und dann ganz ohnfehldare Ueverfeins 
dung bis Anfangs October verfchicbt, und dis dabım 
eine Subfeription erdfnet zu 2 Louisd’or für jedes Eremz 
plar, und die eidliche Verficherung, daß der Käufer 
es Lediglich für fch bemugen will. Man nimmt auch 
2 £onisd’or Pränumeration au, diefes feht indeffen U 
eines jeden Willkühr. Für Las Ianye Warten will der 
Erfinder dann eine Feine Abhandlung über einıge Theile 
des Branteweinbrennens gratis benfügen , die gewiß 
manchen von Nıgen fen folk, da fe aus vielidhrigen 
DBeodachtungen gefehdpft if, Wein diefes und alle ana 
geführte Grunde nicht hinreichend find zu beruhigen, 
1nd diefe Furze Zeit abzuwarten, Der fann feinen LOMISd’OE 
zurück fordern, und folchen gegen Zurädgabe der Yuia 
fung bey dem Kaufmann Herrn Srang Zeinr, Wegener. 
täglıch in Empfang nehmen, 
Draunfshweig, den31. Yulii,1792, 
Ainterfchriebener macht Hiemut den wegen des Gährungs= 
MMitteis mit Legter Poft erhaltenen Brief, welchen e& 
in Driginali in Händen hat, Öffentlich bekannt; 
den 30, Juli 1792, | 
ro fehr gel, vom ı3ten diefes if mir erft vor & 
Tagen, nebft dem Glafe Liquor geworden. Id 
habe alfo nach Dero Borfchrift folchen auf 2 Küfen 
verbraucht , und befunden, daß Ddiefe ordentlidh und 
[ange genug gegoren, und Den gewöhnlichen Brantewein 
gegrden, DNächkie Woche werde dann dies Gährungsz 
Yıktel als probar Öffentlich empfehlen, und hoffe, daß 
uch viele eutfühehen werden, jolches für ein fo billiges 
e1d anzufaufen. — Sevn Sie nun aber fo gütıg, mir 
mit umgehender Poft wıfen zu Iaffen, worin der Liquor 
eigentlıch befiehe, und wie Ich folchen zurechte Eriege, 
damit ich nicht nöthig habe, jegt noch unndthigerweife 
Geld für Gel und Bar wegzugeben. Waren Sie (d 
gut gewefen, mir diefes in £ ren SOHLE, Briefe zu 
fagen , fo hätte ich jchon ı4 hir, ıu der Lafche behalten 
$dunen, ac, 36. DBraunfchweig, den 6. Yug. 1792. 
Srang Zeinrich Wegener, 
ittwochen den 15. Augufß, Nachmittags um 3 Uhr, 
{a4 in Schütting beyın Beck verkauft werden z 
&tel Dart Casco, ım Schiff der junge Yohanıes , geführt 
von Schfr, Sohaun Yet, Godteneht, fo wie es. gegen: 
märfig AULIFE In Der raue lieget; durch den beendigten 
Mader Matthäus Dicderich Meichere, 
 
	        
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