Full text: Lübeckische Anzeigen 1785 (1785)

  
  
Beytrag 
zum 44f0en Stüc der Qubeckifchen Mnzeigen, 
Mittivochen den 2. November 17853, 
ENTER ar CETATZLEHNERSE EEE 
Guter Nath 
wie man fich ben dem Gebrauche des diesjährigen nicht recht veif und trocken gewore 
denen Getraides verhalten foll 20. Bom Herrn Archiater Hens ker in Altona. 
  
SG find zwar im abgewichenen Sommer Feine befondere Vorzeichen gewefen, auch noch int 
Herbft Feine Fälle vorhanden, daß man wieder Kriebeliucht und andere Nebel befürchten 
bürfte, Da aber die Witterung diefes Jahres doch fo jehr feucht gewefen, baß man von dem 
Faum genug gereiften und oft nicht recht trocken gewordenen Getratde , daß aud) hie und da 
mit Mutterkorn und Brand gemifcht it, dennoch Folgen für die Gefjundheit des Theil der 
Menschen, der meiftens vom Brodt lebt, beforgen könnte: fo if es rathfam, jedermann zu 
warnen, dafman bey DBereitung des Drodbtes auf feiner Hut fen, und alle Sorgfalt N ARE 
damit die zähe, FHebrige, fchlierige, unverdauliche, und der Gefundheit alfo fehr (hAdliche 
Befchaffenheit des Brodt® vermieden werde, Diefe Befchaffenheit des Brodtes aus neuem 
NRogken erpiebt felbft der Augenfchein , indem das Korn feucht und fchwer zu mahlen it, und 
ein grobes Mehl giebt, das reicher an Kleien, als Mehl if und beym Säuern nicht gut aufgebt. 
Dienlich wäre e8 des Endes, dap wenigftens die Becker immer einen Vorrath Mehl von 
vorjährigem Rogken bereit hätten, um e& mit dem Mehle vom neuen Rogken zu mifchen, und 
daß die Hauswirthe, die e& auf der Welt möglich machen Können, fih auch um einigen Vorz 
rath nn Mehl8 DEE ia h A 
a dies aber nicht ben allen Hauswirthen auf dem Lande gefchehen Fann: fo i 
daß diefelben das Korn, falls e& von Mutterkorn if, erft at eh KEN VE 
Vf OU weis bie a Me Mutterforns zurück bleiben, die, wenn fie 
Teich nicht dem Brodte eine abfolut fchädliche Befchaffenheit mittheilen i 1 
unnabrbaftes und CN AT geben, PAD ) « Bennech ein (hlechtes 
8 mag nun aber Mutterkorn im Rogken feyn, oder nicht fepn: fo muß der S i 
doch jedesmal den Rogken, den er zur Mühle bringen will, NEE ai EB EEE 
demfelben ein großer Zheil feiner Schädlichfeit benommen wird. EF8 kann dies in eines jeden 
Backofen nach dem Brodbacken, da der Ofen noch heiß it, auch fonft ohne fonderlich große 
Koften, gefhehen. Becker können, da fie im Großen zu ddrren haben, fich der Malz = oder 
andrer Darren dazu bedieuen, 
Da e8 fich auch findet, daß der diesjährige Nogken , wenn er nur eine Kurze Zeit auf 
einem Haufen liegt, wegen der überflüßigen Feuchtigkeit fich fogleich anftedtt, und einen (har 
fen, ecteln, fauern Geruch von fich giebt; fo ift es fehr zu rathen, daß die Hauswirthe ihren 
MNogken fleißig umftechen und (üften, N 
Der Hauswirth muß ferner dahin fehen, daß fein Korn wohl und recht fein 
werde, Verfiatten es feine Umftände, fo thut er wohl, das Mehl zu HE HIN U 
die Kleien anderweitig zur Biehfütterung verwenden, 
Defonders aber muß man auf die gute SGährung und das Aufgehen des Brodts bedacht 
feyn, als wodurch es leıcht und nahrhaft wird, und den etwanigen (chädlichen Cigenfchaften 
vorgebeugt werden Kann, Zu dem Ende ift e& gut, daß man des fchärffien Sauerteigs fich 
bediene , etwas wärmer (Aure, und dafür forge, daß die jedesmalige neue Zuthat von Mehl 
zum neuen Sauerteige von wo nicht überjährigem, doch wohl getrockneten recht reifen Korne 
fen, auch daß der Sauerteig den (OHarfen reinen Geruch habe, der ihm eigentlich zukommt, 
 
	        
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