Full text: Lübeckische Anzeigen 1783 (1783)

  
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der Mdlihen noch zu fühlen find, waren dadırd abgeändert, An der Stange felbft geht ein 
| female Streifen herab, wo die Farbe vdllig abgefprengt if, Die Löthung des daran gefügten 
H Bleches if etwas angefhmolzen und herabgefloffen, und die Farbe auf dem obern Ende des 
A} DBleches auf 4 bis 5 Zoll ing Gevierte völlig abgeiprengt. Noch unten an der Mauer, etwa 
3 10 Fuß über der Erde, if ein fchmaler Strich auf dem Blech zu fehen, als wenn ein Mefferz 
A rücken daran herabgefireift hätte, der tedoch nicht ganz bis zur Erde herabgeht; am unterften 
17 Ende des Ableiters aber, und in der Heinen Grube unter demfelben ift Feine Spur von der 
MM Gewalt des Blies zu fehen, Um füdlichen Mbleiter ift alles unverfehrt geblieben. Berfchiedene 
1 Merfonen, die der Scheune gegen Süden und Shdoften vor den Thüren anderer wirthfchaftz 
Ticher Gebäude fanden, haben den Bliz deutlich auf die Stange zufahren gefehn, und dem 
einen hat auch das Ende der Stange glühend gefchienen, Dlis und Schlag find unmittelbar 
auf einander gefolat, und, wie im verigem Yahre, da die Scheune getroffen worden, den 
Benachbarten vorgekommen ; nur if Leine (0 große ErfhHütterung des Bodens daben verfpüret 
worden. — Diere Wahrnehmung beftätigt abermale, daß die Leitung des Bliges an Gebäuden 
ganz einfach ohne Fünfiliche Umftände veranftaltet werden kann; dag der Strahl nicht durch 
{8 eine in Solz bevefligte Stange in daffelbe hineingelockt werde, wenn er nur zur Seite eine 
| zufammenhängende Ableitung findet; daß er fich ferner daran ohne Abweichung zufammen 
1 Halte, und daß endlich, wenn er nur bis zur Oberfläche der Erde herahgeleitet worden, weiter 
| Fein Schaden entfiche, 
\ Dülfeldorf dem 28, Yun. 1783. 
| Geftern Nachmittag gegen 5 Uhr hatten wir hier eineß der fürchterlich ten Wetter, das 
! Dey Menfchen Sedenken in hiefiger Gegend gewefen if, Der Himmel war Ein Feuer, und 
ß die Donnerfchläge waren fo entieblidh, daß man fidy nicht8g Schreckbarers einbilden kann, 
Der Diiz fiürzte fich auf die Wetterfkangen Iweyer Pulvertbürme, welche das vorige Yahr 
| Darauf gefeßt worden find, und lief an den YMöleitern glücklich in die Erde herunter, Nicht 
18% auur die dabey geflandenen Schildwachen , fondern felbft Officier8, die nebft andern Perfonen 
| k In der nahe dabey liegenden Caferne am offenen Fenjier fanden, find Augenzeugen davon 
3} ewefen und haben das, was fie gefehen haben, in einem befondern darüber gehaltenen Vers 
4) Böre alle einftimmig bezeuget und befräftiget, E83 it fehr wahrfcheinlich, daß wir die Erhalz 
Aung unferer großen Cajerne, fo, wie der ganzen Stabt, diefen Wetterfkangen zu danken 
f Haben, Den diefem Metter fiel der Strahl auch in das Landhaus des Churfürfil. Hof-Ramz 
merrathes, Freyherrn von Collenbach, und machte darinn viele Verwülungen, Das größte 
Unglück aber daben war, daß er 2 Perfonen verleßste. Die erfie davon mar die Frau Hofz 
Kammerräthin felbft, ben welcher er durch die Nadeln fuhr, die fie auf der Haube hatte, 
hierauf ihr das Halstudh, den DBufen und den Nock verbrennte, Die andere Perfon war ein 
am Fenfter ftehender Mann, dem er eine beträchtliche Wunde an der Schulter machte, Diefes 
fchöne Haus follte das vorige Sahr mit einem Wetterleiter verfehen werden, wozu fchon einige 
AMnftalten gemacht waren; allein, das Unglück wollte, daß derfelbe nicht zu Stande Fam. 
Bremen den 14. Aug, 1783. 
Nach einer außerordentlichen Hise, welche Sonnrags den zten diefes Nachmittags um 
3 Uhr, im Schatten auf 89 Fahrenheitiche Grade flieg, entfand um 4 Uhr ein undedeutendes 
Gewitter, um 7 Uhr Abends aber ein defto. Närkeres, 
An die in der hiefigen Vorftadt befindliche St, Nemberti: Kirche , welche ungefehr 
go Fuß hoch, und mit einem mit Kupfer gedeckten 30 Fuß hohen Zhurm geziert if, war den 
z7iten May diefes Sahrs ein Dligableiter angebracht. Diefer befieht aus einem 4 Zoll breiten 
Zupfernen Streifen, der da, wo das Kupferdach des Zhurm$ fich endigt, an daffelbige vora 
fichtig beveftigt, und über das Dach und die Mauer der Kirche herunter, etman 10 Zoll tief, 
in die Erde geführet, und mit Delfarbe bemablt if, n 
Merfchiedene Leute hatten bey obenerwähntem Gewitter den Strahl Tängft diefen Zhurm 
f and Ableiter herabfahren fehen. An der Kirche war nicht die geringfte Befchädigung zu fine 
| Han; wie man aber den Diigableiter, welcher mit einent hölzernen 8 Suß hohen Kaften befrie: 
digt 
  
  
 
	        
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