Full text: Lübeckische Anzeigen 1777 (1777)

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om fe Batınd mut der Jet zum allgemeinen feutjaen, nordifden, (9) ja faft zum Europdie 
fehen Muıchee gebildet, und noch immer wollte ıch gegen RlefFeln (10) behaupten, daß ihr Alter in 
MRurden fich weit über Frotho’s ML Zeiten erfirecke. Es hat NRechtsgelehrte qrgeben, welche die 
Vormundschaft und andere bekannte Rechte, welche die Gefehe dem Mann über die Frau be id 
tiger haben, aus Dielen Rauf deriviren wollen, weıl der Darer wder der Bormund dıe bishero 
über das Mädgen gehabte Gewalt, oder das Mundium dem Mann zugleich mit, oder Furz, weil 
er das Mädaen cum ommni iure, mit allem Recht und Gerechtigkeit, uuhts ausbefchieden, Eäufe 
Jlıch überlaffen. Deun 
Proprium eit, quod libra mercerus es ct aere, 
HoraTıvs, 
Id quod emis, potes dicere iure ruum, 
MAarTıaLIS. 
SGrupen, (11) cin gewiß großer teutfcher Nechtsverfändiger, Hat fa gar die Benennung einer 
Braut vder mie man e$ vorhın ausgefprochen 2rrod aus dt feu Umfiand erkläret, weil priod, 
priodel, priodoli, priodaver in der alten Celzıfehen und Angel-Suchfifchen Sprache [v viel als 
proprium, proprietare, proprietarius bedeute, Dreyer hatte alviche Gedanken (t2), Ich würde 
auf die Scite beyoer Manner treten, wenn ich nıche von Glzv, Worm md Sr, Yunius (13) 
Bel-hrer werden, daß die alte Sprache unter dm Wort Hryt, ZHryday Priod, eine Jede, auch 
eine länaft verheirathete Dame verlianden, Caedmon (1.4) der alte AnyelsSachfifche Pucr, nenne 
die Sara: Abrabams Bryay und Ulpbilas (15) die rau tes Sohnes, die Schwieger- Tochter 
Brutbs. Doch dem fey wie ihm wolle, in Norden nannte man daher cın Verlobniß den 
Zrutkoep (16) und in Teut[chland jerhılte fich die NRedensark, eine Rauffung machen, eine 
  
SE En 
halter von Armenien Aracius den gemeffeuen 
Befehl, die Gewohnheit, daß Minner ihre 
ABeiber Faufen, nicht weiter zu dulden, Die erfte 
Einführung diefer Sitte bey diefem Volke if 
fehr begreiflich. E$ mar, wie Bocuart Phaleg. 
L. Il c. 9. ertveifet, aus Phrygiern, Sys 
rern und Yrabern erwachjen. Daß aber bey 
diefen das Kaufen der Frauen gewöhnlich gewefen, 
ift aus der ikt gedachten Stelle: des Yelians 
Mu, a. m, zu erjehen, 
(9) Man {ehe Davın Neurmann gelehrte 
$lbhandlung de dote mariti fpeciatim Morgan- 
gifwac. ı. $. 22. Bon dem Dänifchen Gefehs 
Geber Srotho IM, fehreibt Saxo Grammar, 
hiftor. L. V. p. 88. Praecepit, ne quis uxorem, 
nifi empritiam duceret, venalia fiquidem con- 
nubia plus (abilitatis habitura cenfebat, tutiorem 
matrimonii fidem cxiftimans, quod pretio firma» 
retur, u der von Gum, WorrtoxN aus Licht 
geftellten Wallijchen Gefezen habe ich von diefer 
Materie nichts gelefen. Yun des Angel-Sachs 
filden Königs Ethelberts Gejeken, die aud) 2. 
s6u. gemacht find, Fommt aber eine ganze 
Merordnung von einer mit eigenem Gelde (age- 
num Scaette) jur Fran gekauften Yundferi vor, 
und wie e$ auf den beerbren Hund unbeerbten Fall 
mit dem Srb-Nechte gehalten werden . folle, 
S. Wırkıns colle& LL, Anglof. Saxon. p. 7. 
Hıcsus thefiur, autiquitat, Septeutz, T, I. di, 
Srau 
epiftol. p. 97. Nach aller VBahrfcheinlichkeit if 
auch dıefe Sitte von unfern teutfhen Sachjen 
in Brittannien gebracht worden, 
(10) CızrFeL Antiquitat, feptentr, p. 19. 33; 
(11) GrupEn de uxore theotifca c. 2, $. 2. 
(12) Dreyer de termino effe&uum civilium 
matrimonii 4 quo S, 15. 
(13) OLaus Worm Lexic, Runic. p. 20. Fr, 
Ivnıus etymolog, Britän, voc. Brida, 
(14) Cazpwmon paraphrafi poetica genefeos et 
praccipuarum ueteris teftamenti hiftoriar. von 
Fr. Ivunıus u Yımfterdam 1655, ans Licht gee 
ftellet, 
(15) Urnpninas in Morfo- Gothifhen Ueber» 
feßung des Evangeliften MatrtIAE X, v, 35, 00 
I’h, Mareschais Yusgabe S. 23. 
(16) Loccenıus Antiquitat, Sveo-gothic, c, 
24: S. 1C6. ST1ERNHOECK de iure Sveon. vetufto 
1, 1. Hzrmanson de ritibus nuptiarum ap, 
veter, Sveo Gothor. f.7. p. 18. IHRE Gloffar. 
Svco Goth. p. 277. GuDdMmunD AnDrkae lex, 
Island. p. 31. GrRım I0Ax TOorkeLIN in gloffario 
über das 1776. zu Copenhagen gedruckte alte 
Hsldndıfche Kirchen Necht, CEhriften Neker.) v 
Drudegup,
	        
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