Full text: Lübeckische Anzeigen 1777 (1777)

  
  
Aibeckische Mnzeigen 
von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung dem gemeinen AWefenr 
nöthig und nüßlich if. 
  
Achte8 Stück, den 15. Februar 1777. 
  
Nachricht von der 1767. entdeckten Inkl Orahite, 
aus d:g Capitain Wallig Reife um die Welt, 
(S, das vorhergehende 4.5. u. G6te Stück.) 
  
Di folgenden Morgen fchickte ich die Boote mit viner Bedcckung ang Land, um noch iehr 
Baffer zu holen. Eben derfelbe Greis der am erfien Tage uber den Fluß gekommen warg 
zeigt. fich wieder junfeits des Ulferg, hielte eine lange Anrede an unfre Leute ud Fam nachher her- 
über. Als er (ich näherte, zeigte ıhm der Oificier die Steine die am Strande wie Kanouen-Kugeln 
qAufgefhüttet waren, er wies ihm aud) einige Säcke voll Steine, die man in den zerhaucnen Kähnen 
gefunden hatte, Der SGreis fchren begriffen zu haben , was der Dfficıer meinte, er bielt eine Nede 
au das Bolk, deutete mit gerührtem Gefichte auf die Steine, Schleudern und Säcke, und zuweilen 
mar feine Srimine und Action ganz wütend und fürchterlıch. Der Dfficier bemühte fich ihm zw 
bedeuten, daf wir fernerhin in Sreundihaft {eben wollten, gab ıdın die Hand, umarmte ıdm und 
fchenkte ihın allerley Dinge, von denen cr glaubte, daß fie ihm angenehm feyu Fönnten, Er fand 
auch Mıttel ihın zu verfichen zu geben, daß wir Lebensmittel verlangten, daß die Yndianer nıcht 
in großer Menge Fommen, daß fie auf jener Seite des Fiuffes und wir auf diefer bleiben follten. 
Der Alte gieng dem Anfehen nach vergnügt hinweg, und noch des Vormittags Fam cır ordentlicher 
Handel zu frande, wodurch wir fo viel Feder Vieh, Schweine und Früchte bekamen, daß die ganze 
Equipage mehr hatte al$ fie verzehren Fonnte, 
Sch ichickte fobald als e& möglıdh war alle meine Kranken ang Land, und ließ fie dafelbt 
qmter der Auflicht des ScHhifs-Arsztes und des Confiables, die über die Bedeckung das Commando 
harten, in idren Zelten einer beffern Luft genieffen. Die Einwohner wurden bald durch cinen Zu» 
fall fo in Schrecken gefezt, daß wir weiter nichts von ihncu zu beforgen hatten, Der Schiffarze 
gieng mit {einer Xugelbüchfe (vazieven, und (ah cine wilde Ente, die er auch fo glückluch traf, daß 
fie jenfeits des Fluffes tod mitten unter einige Fndianer niederfiel, Die guten Leute waren (0 bes 
{kürzt dar fie alle davon rannten, Endlich fanden fie file, er winFte ihnen algdann, daß fie here 
über Fommen , und ihm die Eute bringen follteen. Einer von ihnen Fam über den Fluß und legte 
fie blaß und zitternd zu feinen Füßen, Bon vhngefehr flogen noch einige in der Gegend auf, wo 
Die übrigen Fudianer fanden. Er zielte, und {hoß noch drey davon glücklich herunter, Dies fAdßte 
ihnen eine folche Ehrfurcht für unfre Kugelbüchfen cin, daß man fie nur seigen dürfte, um eine ganze 
Hrerde in Ordnung zu halten. Id) hatıc befohlen, daß alle Unterhandlungen swifchen den Yu 
diauern und uns durch die Hände des Couftabels gehen, und daf man fich bemühen follte den alten 
Mann zum Freunde zu behalten. Diele beyde Vorkehrungen waren von großen Nußen, Eines 
Tayes kahl fich cin Kerl unvermerkt über den Fluß, und pukte cin Beil weg. Dır Conftabel zeigte 
es dem Alten an; c$ währte auch nicht lange, fo Fam der Alte wieder, und brachte e3 zurück, Man 
befand unirer Seirs darauf, daß der Dieb ausgeli fert werden follte. Der Alte wollte lange nichts 
davon wiffen; endlich gieng er weg, und brachte den Verbrecher, Weil der Conftabel ihn erkannte, 
day e8 eben derfelbe war, der fchon mehr gefiohlen hatte, fo fchickte er ihn zur Beftrafung au Bord, 
Sch hatte aber nicht willens, ihn anders als durch die Furcht zu jüchtigen, Rd (chıckee ihn nach 
  
 
	        
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