Full text: Lübeckisches Adreßbuch für 1897. (1897)

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Die Steuerbehörde, bestehend aus vier Mitgliedern des Senates und zehn 
bürgerlichen Dcputirten, hat die Hebung der Einkommensteuer, der Kirchensteuer, der 
Eisenbahnsteuer, der Erbschaftssteuer, der sämmtlichen Schiffsahrtsabgaben, der Abgabe 
von vereinsländischem Bier, der Veräußerungsabgabe, der Stempelabgabe, des Zu¬ 
schlags zur Braumalzsieuer, der Gebühren für die Vermessung der Seeschiffe und für 
die Messung und Pegelung der Flußfahrzeuge, sowie für Rechnung der Kaufmann- 
schaft die Hebung der Gebühr für Ein- und Auseisen der Schiffe zu beschaffen 
Ungleichen ist dieser Behörde die Errheilung von Armuthszeugnissen, soweit solch 
nach den Vorschriften der Civilvroeiß-Ordnung für das Deutsche Reich erforderlich 
sind, übertragen morden, (Die Erhebung der Reichsstempelsteuer ist dem Lübeckische" 
Haupt-Zollamte übertragen) 
Die gesetzliche Grundlage für die Hebung der Einkommensteuer bildet das 
Gesetz vom 27, Mai 1889, betreffend die Einkommensteuer; die Verwaltung der Steuer 
ist durch eine Verordnung vom selben Tage geregelt worden. Der Maßstab für die 
Besteurung ist das reine vorjährige Einkommen des Steuerpflichtigen und derjenige" 
Mitglieder seiner Familie, welche zu seinem Haushalte gehören und nicht selbstständig 
besteuert werden. Für die Angabe und Besteuerung des Einkommens von Persone" 
und Gesellschaften, welche kaufmännische, den Bestimmungen des Handelsgesetzbuche» 
entsprechende Bücher führen müsse», ist der durchschnittliche Ertrag der dem Steuer¬ 
jahr unmittelbar vorangehenden letzten drei Jahre maßgebend, wobei Jahre, >" 
denen ein geschäftliches Einkommen nicht erzielt ist, nicht niedriger als mit Null 
zusetzen sind. Einkommen bis il. 600 einschließlich sind steuerfrei; solche von über 
.M.. 600 — 700 haben jährlich .H. 4 zu entrichten, von über jii. 700—800 jährlich K, 6- P""- 
gressiv steigend erreicht die Steuer bei einem Einkommen von ¿1. 4000 jährlich M 
Maximalböhc mit 3 %. Die Steuerpflichtigen werden, unter Zugrundelegung 
eigenen Steuererklärungen, zur Steuer herangeeogen. Die Einschätzung gcsch'V 
durch Schätzungskommissionen, die aus je einem der Steuerbehörde zugehörige" 
Senatsmitglieder, aus zwei ihrer bürgerlichen Mitglieder und aus sechs Schätzungs¬ 
bürgern zusammengesetzt sind. 
Die Erbschaftssteuer, ingleichcn alle sonstigen indirekten Steuer" 
und Abgaben, weiden auf Grund der für sie erlassenen besonderen Gestze """ 
Verordnungen erhoben. Von denjenigen Erbschaften Lübeckischcr Staatsangehöriger, 
welche dem Ehrgaiten, dem Descendenten, den Adoptivkindern oder den AScendenteii 
des Erblassers zufallen, ist eine Steuer nicht zu entrichten. Von allen übrigen Er^ 
schäften dagegen wird eine Steuer erhoben, deren Höhe nach dem VerwandsaE 
grabe, in welchen! die Erbnehmer zu dem Erblasser stehen, sich richtet und welm 
von 4 bis 10 % steigt. 
Die Wahrnehmungen sämmtlicher, der Steuerbehörde übertragenen Hebuog" 
an Steuern und Abgaben, ebenso die Erledigung der zahlreichen mit diesen Hebn»!! 
verknüpften Bnreouarbeiten, geschehen durch das Steuerburcau, welches unter 
Oberleitung des Steuerinsektors steht und dem Publikuin an allen Werktag 
von 9—l Uhr Vormittags und von 3-6 Uhr Nachmittags (für Schtfffahrtsabaaoc 
im Sommerhalbjahre bis 6 Uhr Nachmittags) geöffnet ist. Das Stcuerburean beim" 
sich im Verwaltungsgebäude für städtische Gemeindcanstalten Königstraße Nr, . 
Die Borsteherschaft der Strafanstalt zu St. Anne», gebildet aus zw 
Senatoren und sechs bürgerlichen Deputirtcn, verwaltet in Gemäßheit des NeguM • 
vom 20. Juni 1863 das Werk- und Zuchthaus, welches sich in den Gcbäu 
des vormaligen St. Annenklosters befindet, (Dient zur Unterbringung der (st 
hausgcsangenen und Korrigenden.) Beamte der Anstalt: 1 Verwalter, 1 Rene 
1 Oberaufseher, 1 Werkmeister und 6 Aufseher, 
Die Leihhaus-Behörde, gebildet aus ztvei Senatoren und vier bürgerlich^ 
Deputirtcn, hat die Oberaufsicht und Leitung t cs öffentlichen Leihauses, welch"- ^ 
Maßgabe der revidirten Ordnung von, 7, Juli 1855 und deren Nachträge vom 
September 1874 und 14, Dezember 1874 gegen Unterpfand und für billige Berg» 
baare Geldvorschüsse gewährt, Beamte des Leidhauses sind ein Verwalter» 
Schreiber und ein Taxator, — Tie Geschäftszimmer des öffentlichen Leihh" 
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