Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

6,331 263 19 84 4, 314 18, 94, s, 174, ), 274, 9, 350 234 5,323 4, 196 16 7., 335 69 [?3 3,295 4, 262 7, 163, 3, 345 6, 231 85 3,210 66 83 235 33 78, 93, 4, 190, 1, 259, 19, 350 )8, 347 262 276 6, 173, 21, 334 298 2x 1998/21 [L. VBE C KI SC HE B L ÄT T E R 3. Januar 1998 . Heft 1 . 163. Jahrgang - Inhalt: Wohin geht die Stadt Lübeck in diesem Jahr? „Kultur im Konkurs‘ und „Zustand des Gemeinwesens“ - kritisches Resümee zweier Veranstaltungen Welterbe und Verkehrsberuhigung: Podiumsdiskussion und Party - statt Spaß eher Ernst Trotz schwieriger Situation Neuzuwächse im Museum 375 Jahre Stadtbibliothek Lübeck +- Internationale Fachtagung zum Jubiläum Ausstellungen - Im Sankt-Annen-Museum: Die Familie Linde aus Lübeck Zeitschrift der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit - Gegr. 1789 a D 22% % I J Wohin geht die Stadt Lübeck in diesem Jahr? „Kultur im Konkurs“ und „Zustand des Gemeinwesens“ - kritisches Resümee zweier Veranstaltungen Kulturfeindlichkeit in Lübeck? Dietrich von Oertzen, Chef des Theaters Lübeck, disku- tierte öffentlich im Dom die Frage, ob sich „Kultur im Kon- kurs“ befinde. Dabei legte er sich mit Fernsehmacher Hans Geissendörfer an, der ihm die „gelähmte“ Situation deutscher Bühnen plausibel machen wollte. Man produziere vor allem nur „Spaßkultur“. Fernseh-Geissendörfer scheint kaum der richtige Mann zu sein, sich über Kultur auszulassen. Wer die Erzeugnisse des „Lindenstraßen“-Regisseurs über längere Zeit verfolgt, erfährt im sonntäglichen Krampfk der endlosen Serie nicht etwa, was „Spaß“ macht, sondern eher, wie Un- kultur gepflegt wird. Von angemahnter ,Kulturkeindlichkeit ist in Lübeck nichts zu spüren, eher das Gegenteil: eine Vernissage, eine Konzertveranstaltung, eine Aufführung jagt die andere. Mil- lionen werden für ein neues Museum spendiert, freie Theater florieren, von „kaputtsparen“ keine Rede. Wurde nicht erst kürzlich die Musik- und Kongreßhalle gebaut, das Stadtthea- ter saniert oder in der Stadtbibliothek der Mantels-Saal auf Hochglanz poliert, ein üppiger Fahrstuhl installiert und teure Verbuchung per Elektronischer Daten-Verarbeitung einge- plant? Und wie sieht es mit der „Bequemlichkeits-Mentali- tät“ der hochsubventionierten Lübecker Bühnen aus, von de- nen sich die Philharmoniker bei öffentlicher Volkshoch- schul-Diskussion darüber beklagten, daß sie zu wenig (!) zu tun hätten? Wenn Geissendörfker behauptet, seine „Linden- straße“ sei „populäre Kultur“, möchte man ihm nahelegen, sich über Begritfk, Ursprung und Aussage von Kultur einmal ernsthaft Gedanken zu machen. Wenn dann noch wie üblich die alte Leier vom teuren Eurokighter anklang, sollte er sich klarmachen, daß seine Produkte nur dank wehrhafter Bun- desrepublik gedreht werden können, die uns Meinungs- freiheit garantiert. Wesen lübschen Lebensgefühls Zweiter Anlauf wurde nicht in der Kirche, sondern etwas prosaischer in den Kammerspielen des Stadttheaters als Vor- Lübeckische Blätter 1998/1 Weltkulturerbe und Verkehrsberuhigung: Podiumsdiskussion und Party - statt Spaß eher Ernst Auch das neue Jahr wird in Lübeck für die Altstadt im Zeichen der Diskussion um die Verkehrsberuhigung stehen. Und damit ist auch entscheidend weiterhin die Frage gestellt, wie die Hansestadt es mit ihrem Status als Weltkulturerbe hält. Begeistert aufgenommen Da klang das alte Jahr mit einer begeistert aufgenomme- nen Weltkulturerbe-Party im Foyer der Musik- und Kongreß- halle am 11. Dezember stimmungsvoll aus. Die Folge von Musik, informativem Spektakel, Film, Gesprächen anläßlich der Eintragung der Lübecker Altstadt in die Welterbeliste der UNESCO vor an diesem Tag genau I10 Jahren war der Höhe- punkt und zugleich der Abschluß einer ganzen auf dieses Ju- biläum ausgerichteten Veranstaltungsreihe. Über die Veranstaltungsreihe hatte die Lübeckische Ge- sellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit die Schirmherrschaft übernommen. Die Weltkulturerbe-Party stand im Zeichen von bewundernswerten Aktivitäten insbe- sondere von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Amts für Archäologische Denkmalpflege und des Amts für Bau-Denk- malpklege. Ziel auch dieser Veranstaltung mußte es sein, das Verständnis für das Weltkulturerbe Lübecker Altstadt dort zu wecken, wo es noch nicht ausreichend oder überhaupt noch nicht entwickelt ist. Die ausgezeichneten Darbietungen hät- ten ihren Zweck sicher erfüllen können. Es bleibt aber bei allem Bemühen die Frage, ob die erhoffte Wirkung eintreten konnte. Die Zahl der Zuhörenden und Zuschauenden war zwar groß. Aber viele Bürgerschaftsmitglieder wurden nicht gesehen, wie denn auch das Interesse und die Herzerwär- mung für das Stadtkulturdenkmal im Stadtparlament auch noch enttäuschend zurückgeblieben ist. Strategien zur Lösung vermeintlicher Gegensätze Daß die Sache mit dem Weltkulturerbe statt spaßig eher ernst ist, zeigte die Podiumsdiskussion in der Petri-Kirche am 5. November. ,„Strategien zur Lösung vermeintlicher Ge- 1
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