Full text: Lübeckische Blätter. 1977 (137)

LÜBECKISCHE BLATTER HERAUSGEG EBEN VON DER r BEF ORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT SCHRIFTLEITER: DR. PHIL. EGERHARD GROENEWOLD Lü B E CK, D E N s. MAR Z 1977 EIN H U N D E RT SI E B E N U N DO REI SS 1 G STE R J A HR G ANG . NUMMER 5 Holsòtentorplatz oder Hortenplat;z ? Wenn Herr Deecke in der vorigen Nummer der Holstentorplatz. Das Kaufhaus wird künftig den „Lübeckischen Blätter“ schreibt, mit den Leit- Platz beherrschen. Mit guten Gründen hatten die linien sei „keine Einengung der weiteren Ent- preisgekrönten Architekten versucht, das Waren- wicklung des ganzen Baukomplexes der Bebauung haus niedriger zu halten, indem sie den Komplex der südlichen Wallhalbinsel gegeben“, so entspricht entweder über die Wallstraße oder über die Hol- er mit dieser Auffassung auch anderen Preis- stenhalle hinwegführten. Nachdem diese Möglich- richtern, nicht aber der Auffassung der Bauver- keiten durch die Leitlinien des Preisgerichts waltung. Die Bauverwaltung liefert aber mit dem blockiert sind, droht uns am Holstentorplatz ein Bebauungsplan die Grundlage für die weitere Ent- riesiger Bauklotz. Bei der Kompaktheit des Bau- wicklung des Projektes. Herr Senator Schmidt hat körpers wird es schwer sein, aufgelockerte Fassaden meinen Parteifreunden und mir die Situation so be- zu erhalten. Die beiden riesigen Fronten zur Trave schrieben: Dieser erste Wettbewerb hatte die Lage und zum Holstentorplatz hin werden, wenn die Be- des Kaufhauses zu bestimmen. Daher ist die Bau- dingungen nicht geändert werden, zum Schreckbild verwaltung an die Leitlinien des Preisgerichtes ger für die Lübecker und alle Besucher I.übecks wer- bunden. Der zweite Wettbewerb wird von Horten den. Solange die Bauverwaltung an ihrem Stand- selbst ausgelobt. Er ist ein reiner Architekturwett- punkt kesthält, können allein die politischen Gre- bewerb und entscheidet nach außen hin nur noch mien uns vor diesem Warenhausungetüm, vor Ei- über die Gestaltung der Fassaden. Bei der Auf- nem Nortenplatz bewahren. Von den Fachleuten stellung des Bebauungsplanes kann die Bauver- dürfen wir freilich erwarten, daß sie durch eine waltung lediglich in dem nun abgesteckten Rah- klare Darstellung der drohenden Verhältnisse den men Varianten entwickeln und vielleicht Horten ein Politikern die Entscheidungen erleichtern. paar Prozent von der Grundfläche abhandeln. Allein Da die Bauverwaltung auf Grund der Leit- die politischen Gremien können die Leitlinien des linien Horten zugesteht, was er verlangte, während Preisgerichtes abändern, denn die Bürgerschaft die Lösungen der preisgekrönten Architekten bei- hat sich ausdrücklich das letzte Wort vorbe- gseite geschoben sind, muß man sich fragen, war halten. Diese Sachlage hätte der Offentlichkeit und dieser Wettbewerb überhaupt notwendig? 88 Ar- den nicht weniger überraschten Preisrichtern schon chitekten haben mit ihren Mitarbeitern wochenlang längst mit aller Deutlichkeit dargelegt werden an dem Projekt gearbeitet. Sie müssen natürlich müssen. diese nutzlos vertane Zeit bei den nächsten öffent- Zunächst hat man Horten jedoch ein Warenhaus lichen oder privaten Aufträgen in Rechnung stellen. mit 15 000 qm Grundfläche zugestanden, und zwar Selbst die preisgekrönten Architekten sollen nicht auf dem Platz, den Horten sich dafür ausgesucht einmal annähernd auf ihre Kosten gekommen sein. hatte. Die fatale rückwärtige Begrenzung durch die Damit ist erst ein Teil der entstandenen Kosten Holstenhalle drängt die riesige Baumasse an den angesprochen. Wozu dieser Aufwand? Max Hasse Die Ursachen der Stadtbildzerstörung Von Manfred Finke Motto: „Den kulturellen Interessen werden Zerstörung des Altstadtbildes aufzuzeigen. Der sich die wirtschaftlichen Notwendigkeiten „Sachzwang“ der Wirtschaft hat in der Reihe der zwingend entgegenstellen.“ Erklärungen immer an erster Stelle gestanden. Es Hans Pieper, 1946 gsollten aber auch Faktoren erwähnt werden, die Der Versuch, Vorschläge für eine wirksame Stadt- sonst sehr zurückhaltend I bildpflege zu machen, setzt voraus, Gründe für die stens die mangelnde Fähigkeit von Bauträgern und I
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