“ l KISCHE BLATTER
Uhr HERAUSGEGEBEN VON DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT
ppen SCHRIFTLEITER: DR. PHIL. EBERHARD GROENEWOLD
LU B E CK, D E N 29. MAI 19 76
EIN H UND E RTS E C Ns UN O O REIS S IGSTE R IA HR GANG . N U M MER n
telle
ZOB
nau Am 1. Juni vorigen Jahres starh der Lübeck Ist dir dies zu viel für mich –
eng verbundene, aus Mecklenburg stammende du weißt: nicht immer,
Dichter Friedrich Griese. Seinem Gedenken nein, nicht immer warst du mir barmherzig -,
hof silt die Veröffentlichung dieses Gedichts. laß mich dann auf ferner Heide stehen,
laß mich dort Wacholderlasten tragen,
schu einsam zwischen Küchenschellen,
Thymian und blauen Disteln.
eis). Wenn ich sterbe, bin ich schmerzgestillt. Über mir an heißen Sommertagen
Kar- Laß mich nicht, wie andre Üchmerzgectilste werden dann die braunen Vögel steigen,
ber- aufwärts zu den heiligen Gärten chen: T jeder kennt mich; ihre Lieder klingen –
Z! laß dich bitten Gott: mach‘ cinen Baum üs mir, und zum alten Haus, zur Heimat gehen,
Uhr, laß mich eine helle Birke werden, Jorthin gehen, wo ich hingehöre.
witz. deren Laub die Sommerwinde segnen, Jeder Ton bringt meine Liebe,
dal ich von dem sanftgeschwungenen Wege jedes Lied bringt meiner Liebe Liebe ~;
~ niedersehn kann auf das alte Haus, ob barmherzig oder unbarmherzig;
daß ich da bin, wo ich hingehöre. dies, Gott, wirst du mir nicht wehren wollen.
Friedrich Griese
ein- Wat wiltu begehren mehr, als die alte lübsche Ehr
eum Von Gerhard Gaul
! mern. dee "gr 230 Jahren verliehenen Sie soll die Aufmerksamkeit Deutschlands und
Heeres Sts TÄbock k bezsor s- cer nordischen Länder wieder auf Lübeck lenken,
leicht gekürzten - sg Ze se sagen: Lübeck ist nicht nur altehrwürdige Hanse-
sprache, die Stadtpräsident Gerhard Gaul stadt mit herrlichen alten Bauten und Kunstschät-
am 23. Mai zur Eröfkknung der Ausstelune zen, sondern Lübeck lebt auch noch, wirkt noch!
tue 2.1. Usichzkrsiusit und frühe wir sind noch da! Daß in der jetzigen schweren
: Hist. [!. Zeit, in der große Teile der Bevölkerung Not lei-
Im Jahre 1926 fand vom 3. bis 6. Juni die len oder arbeitslos sind, keine offiziellen Mittel
700-Jahr-Feier der Reichsfreiheit in Lübeck statt. für die Feiern zur Verfügung gestellt werden
In dem Programmbuch schrieb dazu Dr. Bengt konnten, ist verständlich. Unter diesen Umstän-
Paul: „Die 700-Jahr-Feier der Reichsfreiheit Lü- den ist das Zustandekommen der Feier selbst ein
becks ist keineswegs ein resigniertes Zurückblik- Ausdruck der wieder erwachenden Unternehmungs-
ken auf die vergangene gute alte Zeit. Gewik ist lust, da die Lübecker freiwillig auf dem originellen
sie ein Besinnen auf sich selbst, ein ruhigeres uad Weg der Jubelkugel die nötigen Mittel aufbrach-
tieferes Betrachten des Erbes an Lebensmöglich- ten.
keiten, das zahlreiche Geschlechter ausbauten und Und L.üäbeck darf -- wie cs scheint - mit
. byfsrtten un. darauf weiter zu bauen. Aber sie einem Erfolg rechnen. Zahlreiche offizielle und
Beför- sst mehr a]s dieses Zurückhlicken. Die 700-Jahr- inoffizielle Besucher aus Deutschland und aus den
Ls Feier ist selbst ein erster Schritt zu Neuem! Lü- nordischen Ländern haben ihr Kommen angekün-
tre. becks Bevölkerung kann stolz auf die Vergangen- digt. Tagungen wissenschaftlicher, wirtschaftlicher
heit ihrer Stadt sein, aber sie braucht auch den d ilicer Verst ind i ? Ker Zahl nach
ttt. Blick in die Zukunkt nicht zu scheuen. War ehe- ve t s zun n fr N a Lac!
mals die Reichsfreiheit wertvollste und kräftig Lübecks und. ihren l IO YDti cx 700.Jäkr:
z4 ausgeschöpkte Entwicklungsmöglichkeit, so hat Lü- Feier der Reichsfreiheit Lübeck) ein dauernder
beck auch heute noch als freie Reichsstadt Mög- Eindruck verbleiben!“
lichkeiten zur Entfaltung, die es nutzen wird. Das ]
07-77 soll die 700-Jahr-Feier sagen!

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