LÜBECKISCHE BLATTER
HERAUSGEGEBEN VON DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUTZIGER TATIGKEIT
SCHRIFTLEITER: DR. PHIL. EBERHARD GROENEWOLO
LU B E CK, DE N eg. MAI 1976
EIN H UN D E RTS E C HS U N D D REI SS 1 G STE R IA HR G A N G . N U M MER 10
nd

Zum Gedenken an die 1226 erfolgte Verleihung der Reichsfreiheit an Lübeck durch Kaiser

Friedrich II. veranstaltet der Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde am Sonn-

abend, dem 22. Mai 1976, 20 Uhr, im Kolosseum, Kronsforder Allee 25, einen Festvortrag.

Es spricht Prof. Dr. Dr. h. c. W al ter Huba tsch, Bonn, zu dem Thema

„Vom Mittelmeer zur Ostsee. Lübecks Reichsfreiheit und Kaiser Friedrich II.“.

Der bekannte Bonner Historiker, der schon seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Geschichte des
ai Deutschen Ordens und Skandinaviens arbeitet, stellt dabei die Verleihung der Reichsfreiheit
äre Lübecks in die großen geschichtlichen Zusammenhänge der damaligen Zeit.

[ Gäste willkommen!
DE-
700 Jahre - 711 Jahre - 750 Jahre
zn 71. Jahre hat sie gewährt, die Reichsfreiheit „Land“ im Bunde der deutschen Länder, hatte ei
ss Lübecks, die ewig währen sollte. „Wir verleihen“, nen Gesandten in Berlin und besaß auf vielen Ge)
s0 heikt es im kaiserlichen Freibrief des Jahres 1226, hieten die absolute Verwaltungshoheit. So war es
„und wir setzen fest, dal die vorgenannte Stadt legitim, die 700-Jahr-Feier der Reichsfreiheit fest-
ind Lübeck für alle Zeiten frei sein soll, nämlich eine lich zu begehen. Aber es war Notzeit. Die Folgen
unmittelbare Stadt des Reiches, zum Reiche un- des Krieges und der Inflation waren noch keines-
mittelbar gehörend, niemals von dieser unmittel- wegs völlig überwunden. Der bis zur Weltwirt-
baren Herrschaft zu lösen.“ schaftskrise dauernde Aufschwung hatte noch kaum
In Erinnerung an diesen Freibrief schreibt 700 begonnen. Kurz Eczagt: Die Stadt hatte für Fine
Jahre später, am 6. Juni 1926, Fritz Endres in den solche Jubiläumsfeier kein Geld. Das Wort Bürger;
„Lübeckischen Blättern’: „Es ist cin Sinnbild des, tütiative war noch nicht erfunden, aber es gab sie.
lübischen Schicksals, dal der Kaiser, der diese Ur- ty zahlreichen Vereinen und Verbänden Unter
kunde mit seiner Goldbulle bekräftigen ließ, Fried. ! Ührung der rGesellschaft zur Bcförderung Se-
rich II., der Staufe, fern in Italien, in San Don- snciunüteige k Tätigkeit hildcte sich gm. "Ho Ft:
nino bei Parma saß und sicherlich mehr U Jeg zusschuß für die 700-Jahr-Feier der Reichsfreiheit
Ent. Lombardenbund als an diese unbekannte nord- [-übecks . Als en Mittel zur Finanzierung erfand
h deutsche Stadt gedacht hat. Die Freiheit, die er [beds damaliger Museumsdirektor Carl Ges:
] verlieh, war nur ein Wort, solange sie Lübeck Heise die zsehelugel". eine kür eme Mark erhält-
ig in nicht zu einer Wirklichkeit machte, bereit, sie täg- k € M'arzipaiikugs]!. yon denen etliche in ihren)
n lich zu erobern, täglich zu verteidigen. Aber nicht er rss: 2
    

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