LÜBECKIS CHE BLATTER
ZEITSCHRIFT DER GESELLSCHAFT ZUR BEFORDERUNG GEMEINNUÜUTZIGER TATIGKEIT
LÜBECK, DEN 9. JAN U AR 1955
EIN HUN D ER T F U N F ZE H NT ER JAHR GANG - EIN UN O N E UN ZI G S T ER DER N E U E N REIHE > NU M MER 1
E ESTERN - HEUTE + MORGEN
Goethe-Worte zum Jahreswechsel
Liegt dir Gestern klar und offen,
Wirkst du Heute kräftig frei;
Kannst auch auf ein Morgen hoffen,
Das nicht minder glücklich sei.
Mein Erbteil wie herrlich, weit und breit! Venn dir’s bei uns nun nickt gefällt,
Die Zeit ist mein Besitz, mein Acker ist die Zeit. So geh in deine östliche Welt!
Beispiel
Wenn ich ’mal ungeduldig werde,
Denk’ ich an die Geduld der Erde,
Die, wie man sagt, sich täglich dreht
Und jährlich so wie jährlich geht.
Bin ich denn für was andres da ? ~
Ich folge der lieben Frau Mama.
Die Fahre Heut und ewig
Die Fahre sind allerliebste Leut: Unmöglich ist's den Tag dem Tag zu zeigen,
Sie brachten gestern, sie bringen heut, Der nur Verworrnes im Verworrnen spiegelt,
Und so verbringen wir Füngern eben Und jeder selbst sich fühlt als recht und eigen,
Das allerliebste Schlaraffen-Leben. Statt sich zu zügeln, nur am andern zügelt;
Und dann fällt’s den Fahren auf einmal ein, Da ist's den Lippen besser, daß sie schweigen,
Nicht mehr wie sonst bequem zu sein; Indes der Geist sich fort und fort beflügelt.
Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen, Aus Gestern wird nicht Heute; doch Aonen,
Sie nehmen heute, sie nehmen morgen. Sie werden wechselnd sinken. werden thronen.
Zeitmaß
Eros, wie seh’ ich dich hier! in jeglichem Händchen die Sandukr !
IWie > Leichtsinniger Gott, missest du doppelt die Zeit ?
„Langsam rinnen aus einer die Stunden entfernter Geliebten;
Gegenwärtigen fließt eilig die zweite herab.“

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