kirche fortsetzen und dort noch in einem die Restau- Im Laufe der nunmehrigen langwierigen und gründ-
rierung rechtfertigenden Umfange unter dem Kalk- lichen Untersuchungen stellte sich aber weiter noch
anstriech vorhanden sein. Nach eingehender Beratung heraus, daß Fey und Malskat von 1945 bis 1951 eifrig
les Großen Bauausschusses der Marienkirche wurde in der Manier bekannter Meister Bilder gemalt, zum
beschlossen, die im Chorobergaden vermuteten Teil selbst auch mit den Namen dieser Meister ge-
weiteren Malereien freizulegen und ebenfalls zu re- zeichnet und mit diesen Fälschungen einen umfang-
staurieren. Ein entsprechender Freilegungs- und reichen und lohnenden Handel getrieben hatten.
Restaurierungsauftrag wurde gemäß Beschluß vom Im November 1953 wurde gegen Fey, Malskat,
25. Mai 1950 am 4. Juni 1950 an Fey erteilt. Fey Dietrich und Dr. Vendrich die Anklage erhoben. Fey
machte sich alshald mit Malskat und Dietrich an die und Malskat wurden angeklagt des Betruges und der
Arbeit, während dem Architekten und Kirchenbau- Urkundenfälschung, begangen von 1945 bis 1951,
meister Dr. Fendrich, wie bis dahin auch, die ge- hinsichtlich ihres Bildergeschäfts. Darüber hinaus
samten Bau-Sicherungs- und Wiederaufbauarbeiten wurden beide und mit ihnen Dietrich angeklagt des
in St. Marien oblagen. fortgesetzten gemeinschaftlich begangenen Betruges
Schon bald nach Beginn der Restaurierungsar- zum Nachteil der Marienkirche; Dr. Fendrich wurde
beiten im Chorobergaden stellte sich aber heraus, daß angeklagt der Beihilfe zum Betrug (der Angeklagten
in Wirkliehkeit die hier vermuteten Malereien nicht Vey, Malskat und Dietrich), weil er von den Fäl-
vorhanden waren. Die Angeklagten Vey, Malskat und schungen in der Marienkirche Kenntnis gehabt, aber
Dietrich schwiegen jedoch über diesen negativen pfliehtwidrig dazu geschwiegen habe.
Befund, beseitigten vorgefundene Bemalungsreste, HYach fast halbjähriger Verhandlung ist das Gericht
bemalten den Chorobergaden in der Art der im Lang- nun zu dem Sehluß gekommen, daß Fey, Malskat und
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[liese Produkte ihrer Tätigkeit als echt und von ihnen Sinne der Anklage, daß dem Angellagten Dr. Fend-
lediglich restaurierte Freilegungsbefunde aus. rich aber eine anklagegemäße Schuld nicht nachzu-
Nach Urledigung dieser Restaurierung bestand in weisen ist. Us hat deshalb verurteilt: den Angeklagten
er Volgezeit die Arbeit der drei „Restauratoren“ im F ey wegen Betruges und Urkundenfälschung zu
wesentlichen darin, vorhandene anderweitige orna- 1 Jahr und 8 Monaten Gefängnis, den Angeklagten
mentale Bemalungsreste kreizulegen und zu restau- Malskat wegen Betruges und Urkundenfälschung zu
rieren. Inzwischen war es 2wischen Fey und seinem ] Jahr und 6 Monaten Gefängnis. Beide Angeklagten
Gehilfen Malskat zu gehässigsten Differenzen ge- erhielten außerdem ein dreijähriges Berufsverbot als
kommen. Sie veranlaßten Malskat zu einem ent- Restauratoren. Der Angeklagte Dietrich wurde der
scheidenden Schritt, der den ganzen Schwindel nach Reihilfe zum Betrug (der Angeklagten Vey und
ys! nach an den Tag brachte. Er überreichte am Malskat) für schuldig bekunden; das Verfahren gegen
9. Mai 1952 der Kirchenleitung zu Händen des Ober- ihn wurde aber auf Grund des Straffreiheitsgesetzes
kirchenrates Göbel eine Streitschrift, in der er auf den von 1954 eingestellt, weil eine höhere Strafe als
groben Schwindel bezüglich des Chorobergaden hin- z Monate Gefängnis nicht für ihn zu erwarten ge-
wies. In der daraufhin herbeigeführten Unterredung wesen sei. Der Angeklagte Dr. Fendrich wurde mangels
pt» Obrricirohenest Göbel und Malskat erklärte ausreichenden Beweises freigesprochen. Die ihn be-
at, daß er aus der ganzen Geschichte niehts treffenden Kosten des Verfahrens wurden der Staats-
sicghen werde, wenn man Fey als Restaurator ent- kasse auferlegt.
!: 21 ts t z Net fähruns der Reatairrs. Hei der weiteren Betrachtung der Dinge können die
; ! ser Vor- privaten ,„Bildergeschäfte‘ der Angeklagten Vey und
fang veranlaßte eine Zusammenkunft der Kirchen- Malskat UR E bleiben, weil insofern ein be-
tt uit zo: Bs nauso by wis fen Z setlzgten. toy tres luteresrs der Evangelisch-lutherischen Kirche
erklärten die Angeklagten Fey, Dietrich un d Dr Fes ". tt und der Lübecker schlechthin nicht besteht.)
rich sowie der Polier Wrage und der Maurer Wich- teht d z : ueetlagter Fe] tui ssltst hz
mann, daß die Behauptungen des Angeklagten Malskat . M arin, daß sie laufend ansehnliche Honorare Us
unerklärlich dummes Zeug und grobe Unw. ait t ftos urieruvgsrrh.iten angenommen haben, stron |
seien, und Fey, Dietrich und Dr. Üeicrich gabs cia [ ?! ten, daß die vertragliche und moralische
stattliche Versicherungen im entsprechenden s tze age für die Honorarzahlung schon bald nach
ab. Dennoch wurde seitens der Kirchenleitung eine s hme der ;Restaurierungsarbeiten“ nicht mehr
Untersuchungskommission bestellt. die die, E Ne Prrtand. und die Weiterzahlung der Honorare da-
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ss. Schmmekornaments zu restaurieren waren, Cl oralcrgnder L Urzzrirnsn zr
trag r . heit henden, an Fey vergebenen Auf. ihn entfallenden Freilegungs‘arbeiten weiterge-
Als Malskat ur i ; ; macht und der Kirchenleitung gegenüber den Schwin-
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truges. Legen zich und Fey Strafanzeige wegen Be- verantwortliche Mann war, während Malskat rechtlich
Inzwischen waren von der K; : . gesehen, nur sein Gehilfe und deshalb wirtschaftlich
für die Restaurierunguarheiter jqugu stung an Foy bei lettre Geschäft von ihm abhängig war. |
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