Fünfter Abschnitt. 
Gesellschaften, Vereine usw. 
(Unter dieser Rubrik gelangen kurz gehaltene Notizen und Angaben über Vereine, 
Gesellschaften, Institute re. zur unentgeltlichen Ausnahme.) 
I. Politische und nationale Vereine. 
I . ""dentscher Verband, Ortsgruppe Lübeck. Der 
I eindeutsche Verband erstrebt Belebung der deutsch- 
» nationalen Gesinnung auf der ganzen Erde, Erhaltung 
l I ^"Eicher Art und Sitte in Europa und über See und 
I Zusammenfassung des gesamten Deutschtums. Er be- 
1 W* ¡nSbeftmbm: 1. Belebung des vaterländischen 
I Bewußtseins und Bekämpfung aller der nationalen Ent- 
I Wicklung entgegengesetzten Richtungen. 2. Lösung der 
■ Bildungs-, Erziehung?- und Schulfragen im Sinne des 
I deutschen Volkstums. 3. Pflege und Unterstützung 
> deiitsch-nationaler Bestrebungen in allen Ländern, wo 
I Angehörige unseres Volkes um die Behauptung ihrer 
I Eigenart zu kämpfe» haben, und Zusammenfassung aller 
- Deutschen auf der Erde für diese Ziele. 4. Förderung 
s einer tatkräftigen deutschen Jnteressenpolitik in Europa 
und über See, insbesondere auch Fortführung der 
deutschen Kolonialbewegung zu praktischen Ergebnissen. 
Sitz des Alldeutschen Verbandes ist Berlin) Haupt¬ 
leitung: Rechtsanwalt Elast, Mainz, Generalleutnant 
von Licbert, Berlin, vr. pbil. Joachim Graf v. Pfeil 
und Klein-Ellguth, Superintendent Klkngemann, Essen. 
230 Ortsgruppen, darunter fast 30 im Auslande, 23 000 
Mitglieder. Ortsgruppe Lübeck. 300 Mit¬ 
glieder. Versammlungslokal Haus der gemeinnützigen 
Gesellschaft, Königstr. 5. Die Ortsgruppe veranstaltet 
im Winterhalbjahr mehrere Vortrüge hervorragender 
Redner über nationale Gegenstände. Sie beteiligt sich 
außerdem an den „Deutschen Abenden". Vorsitzender 
Prof. Dr. Grube, Schriftführer Oberlehrer Dr. Weber, 
Kassensührer Ludwig Haukohl. Vorstandsmitglieder: 
Senator Dr. Reumann, Medizinalrat Physikus Dr. 
Riedel, Eisenbahndirektor Christensen, Prof. Hoher, 
Buchdruckereibcsitzer Max Schmidt, Bureauvorsteher 
.Hurt Müller, Pastor Tegtmeyer, Landger,chtsprä ident 
Dr Oemler, Prof. Schumann, Konsul Dimpker, Kauf¬ 
mann Georg Reimpell, Schriftsteller I. Wi,da Rechts¬ 
anwalt Böhmcker, Schwartau, Direktor Professor Dr. 
Reuter, Bürgermeister Dr. Langenheim, Oberlehrer 
Dr. Säst. 
Allgemeiner deutscher Sprachverein, gegr. 1885 
j niinötigen fremden Bestandteilen zu fördern, ihren 
echten Geist und eigentümliches Wesen zu pflegen und 
auf diese Weise das nationale Bewußtsein im deutschen 
Volke zu pflegen. Beitrag 3,— M. Zweigverein Lübeck, 
gegründet am 24. Rov. 1889. 100 Mitglieder. Vorstand: 
Oberlehrer Dr. Steffen, Vorsitzender, Dr. Wilmanns, 
Schriftführer, Fabrikbesitzer Julius Hahn, Schatzmeister, 
Ehrenvorsitzender: Pros. Schumann. Der Verein hält 
im Laufe des Jahres mehrere Vorstandssitzungen und 
eine Jahresversammlung ab und beteiligt sich regelmäßig 
an dem Deutschen Abend. (§.».) Im übrigen sucht er 
auf alle sprachlichen Kundgebungen in Lübeck im Sinne 
des Hauptvereins einzuwirken. 
Deutscher Abend. Vereinigung der hiesigen natio¬ 
nalen Vereine zu gemeinsamen Versammlungen, in 
denen alle nationalen Fragen und Dinge behandelt 
werden, aber alle Parteipolitik ausgeschlossen ist. Sie 
finden regelmäßig an jedem Wintermvnat einmal statt, 
im Sommer nach Umständen und Bedürfnis. Zurzeit 
nehmen daran teil der D. Schulverein, der D. Sprach¬ 
verein, die D. Kolonialgesellschaft, der Alldeutsche Ver¬ 
band, der Evangelische Bund, der D. Flottenverein, der 
D. Ostmarkenvcrcin und der Verein für das nördl. 
Schleswig. Der erste Deutsche Abend war am 23. März 
1892, danach sind in anderen Städten ähnliche Ver¬ 
einigungen ins Lebe» getreten. Vorsitzender des Aus¬ 
schusses der Deutschen Abende: Eisenbahndirektor 
Christensen, Moislinger Allee 2. 
Deutsche Kolonial-Gesellschaft, Abteilung Lübeck. 
Die deutsche Kolonial-Gesellschaft bezweckt, im Dienste 
des Vaterlandes die Erkenntnis von der Notwendigkeit 
deutscher Kolonien zum Gemeingut des deutschen Volkes 
zu machen. Sie stellt sich zur Aufgabe die Pflege und 
Förderung des vorhandene» deutschen Kolonialbesitzes 
in organisatorischer, wirtschaftlicher und Wissenschaft- 
licher Beziehung. Sitz der Deutschen Kolomal-Gesell- 
schaft ist Berlin, unter Präsidium des Regenten von 
Braunschweig Johann Albrecht, Herzog von Mecklenburg, 
mit 364 Abteilungen und über 170 Ortsgruppen in ver¬ 
schiedenen Städten und 37 479 Mitgliedern. Abtei¬ 
lung L ü b e ck. 260 Mitglieder. Versammlungslokal 
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Sitz in Berlin. Vorsitzender Geh. Oberbaurat Sarrazin. I l u n g L ü b e ck. zou wriignrver. . 
Zwack: die Reinigung der deutschen Sprache von I Haus der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger 
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