Aübeckifche Mnzeigen 
von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung denı gemeinen Wefen 
nöthig und nüßlich if. 
  
Fünf und Zwanzigftes Stück den ı7ten Yunli 1786, 
  
  
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Erneuertes Reglement 
nach welchem fich ein jeder Bürger und Einwohner diefer Stadt bey Reinigung 
der Saffen hinfüro zu verhalten Hat. 
  
  
ES if zwar unter dem zten Yun, 1741 ein Reglement Fund gemacht worden, deren Beobachtung 
den Klagen über Unfauberkeit der Gaffen in diefer Stadt ohne Zweifel abgeholffen haben würde, 
wenn der Pächter, welcher damals deren Reinigung übernommen Hatte, das, was er von fich erwars 
ten ließ, beffer erfüllet hätte, und wein nicht Mipdräuche und Unordnungen die nachher verfügten 
Merkehrungen faßt gänzlich vereitelt hätten, 
Um nun für eine fo gemeinnüßige als nothwendige Anftalt die Ordnung wieder herzufellen, hak 
Ein Hochedler Hochweijer Rath vor allen Dingen dem über die Öffentlichen Gaffen: Reinigungs: 
Magen beftellten Nuffeher und denen ihm untergeordneten Arbeitsleuten ihre Obliegenheit ernfilich 
einfcharfen, und alle eigenmächtige Abweichungen davon unterfagen Iaffen, Die um die Stadt woh: 
nenden Gärtner und Landleute, welche den Straßen Mifßt bis hieher, doch ohne durch irgend eine 
Worfchrift gebunden zu feyn, aus der Stabt geführet haben, find nunmehro durch eine befondere 
ihnen unter heutigem Dato publicirte Verordnung , der fie fich felbft freywillig unterworfen haben, 
angewiefen, aus denen einem jeden unter ihnen zugetheilten Straßen, wöchentlich wenigftens dreymal, 
oder wenn fie mollen noch öfter, den Unrath und Kehricht, welchen fie auf den Gaffen vorfinden, 
oder der iHnen aus den Hiufern an den Wagen gebracht wird , aus der Stadt zu führen, 
Wie nur durch diefe dem allgemeinen Wunfch der Kbhrliebenden Bürgerfchaft ent(prechende 
Vorkehrung einem jeden Einwohner diefer Stadt die Gelegenheit verfchaffet wird , wöchentlich einige: 
mal fich von dem in und vor (einem Haufe befindlichen Unrath zu befreyen, und dadurch aller Bors 
wand benommen wird, folchen hinfürv weiter auf die Straße zu (hätten, fo will Ein Hochedler 
Hochtveifer Rath gewiß hoffen, e& werde zur Beförderung der dadurch abgezielten gemeinnübigen 
Übficht auch jedermann id) der nachfiehenden Anordnung um (0 williger gemäß verhalten, und die 
Seinigen dazu anweifen , al8 die Reinlichkeit der Gaffen nicht nur zur Zierde einer Stadt, fondern 
auch zur Bequemlichkeit und Erfparung für Bornehme und Geringe, Fremde und Einheimifche, zur 
Beförderung aller Gewerbe, und felbft zur Erhaltung der Gefundheit unftreitig gereichet, 
Eolchemnach wird ein jeder Bürger und Einwohner diefer Stadt obrigkeitlih hiemit erinnert, 
und zu feinem eigenen Vortheil ermahnet vom ren Iuliug diefes Yahres an, ; 
1.) So weit der Bezirk feines Haufes, Kellers, oder Bude ich erfirechet, vornemlich an den 
Kagen und gegen die Zeit, da die Wagen den Unrath abholen, die Gajje fegen und das zufammenz 
gefehrte auf den dazu vorhin gewidmeten Plaß legen zu lafen, damit die Suhrleute es defto gefchwins 
der und bequemer aufladen Fönnen, 
2.) Keinen Ausfehricht oder Unrath, e8 fey was e& wolle, auf den SGaffen, Öffentlichen Pläben, 
Kirchhöfen, an der Stadt: Mauer, ben der Trave oder Wackniz, auffer den dafelbft vorhandenen 
Miffiften, am wenigen vor eines anderen Zhüre auszuwerffen , fondern fo lange im Haufe zu bez 
halten, bis entweder der Öffentlich beftellte Reinigungs-Wagen, oder der auf die Gafe angewiefene 
Landmann anfähret, der fodann das, was ihm entweder auf den Wagen gefhüttet, oder neben 
 
	        

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