Libeckische Munzeigen 
von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung dem gemeinen Wefen 
nöthig und näßlich if 
Bier und Biersigftes Stück den 30. Dckober 1784, 
  
Mandat wider das unzuläßige Spielen, 
Ye odem in Aochweifer Rath mit äußerfiem Mißfallen vernommen, mwaßmaßen, aller 
bißher aud) noch den Ir. Novemb, 1767, und 11, Yunit 1768. erlaffenen und das 
gemeine und befondere WoHl zum Augenmerk habenden ftadtväterlidhen Ermahnungen und 
obrigkeitlichen Verbote vhngeachtet, verfehiedene junge Leute und Bediente, in denjenigen Uns 
ordnungen , deren gefährliche Folgen ihnen von felbften fchon ein Riegel feyn follten, fortges 
fahren, in Coffee - Wirths - und andern Bürger:Häufern, ihre ordentlichen Zrunk- und Spiels 
GSelage zu halten, und fich dafelbft den Hazard: wie auch den übermäßigen hohen Spielen 
in Karten, auf den Billiard, und auf der Kegelbahn, der SchHwelgerey und andern ihre zeitz 
liche Glückfeligkeit zerflöhrenden Ausfchweifungen zu überlaffen, wobey denn die traurige Ers 
fahrung gezeiget, daß diefe befhimpfende Ledensart von einigen Wirthen in Herbergen, Cofe 
fee» Wein; Drandtwein: und Bier» Schenken, auch von andern diefer Stadt Bürgern, aus 
niedriger Sewinnfucht, durch unerlaubte Berreisungen, Anlokungen und Gelegenheitmachen, 
zum Nachtheil des gemeinen Wefens und zum Berderh der jungen Leute , auch wohl gar 
mehrmahlen uuter (dändliher Eutheiligung des Sabbaths, befördert werde, wodurch danız 
mancher junger Durfche nicht alleın feiner Gefundheit den größten und unwiederbringlichen 
Echaden zugefüger, fondern fih audy zum Müßiggang vermdynet, zu allen Gefchäften uns 
tüchtig gemacht; das von feinen Yeltern faner erworbene Vermögen liederlich durchgebracht; 
denfelben oder feiner Herrichaft durch Ergreifung diebifcher und ehrlofer Mittel das Yhrige ent» 
mwandt, folglich mit underantworzlicher und fndder Hintanfebung der zu feinem Wohl, nach 
göttlichen und natürlichen Gefeßen , ihme obliegenden Pflichten , feine zeitlidhe Wohlfahrt zu 
Grunde gerichtet , und fich in das äußerfte VYerderben und Elend eines fummervollen Lebens, 
unter den beifenden Borwürfen feines SGewiffens und innerlidhen Nichters jener thörichten 
Handlungen verfenfet hat; 
ME wid Kin Hochweifer Rath um diefem dem Staate fo höchfifchädlichen, die Res 
Jigion und Sittlichkeit entehrenden, und fich wieder die allgemeine Reichs = und infonderheit 
diefjer Stabt Nechte und heilfame Saßungen auflehnendes Unwefen, Kraft ODbrigkeitlichen Amts, 
gebührend Einhalt zu thun, fowohl die Gaftgeber, Wirthe in Coffee Wein» Brandtwein - und 
Bier: Schenken, in der Stadt und vor den hören, als überhaupt alle Bürger und Cinwohs 
ner, die Feine Wirthe, Coffee = 20. Schenker find, und doch bergleichen verderblihe Zufammens 
Tünfte und Spiel: Gefellfchaften in ihren Häufern, oder auf ihren Gärten, aus Gewinnfucht 
verflatten, hiemit nochmahlen ftadtväterlich ermahnet haben, zugleich aber denfelben anbez 
fehlen, in ihren Häufern, Wohnungen und Gärten Feine Frequentirung oder Ausübung derz 
gleichen verführerifhen Spiel-Sefellichaften von jungen und unter der Gewalt der YAeltern, 
MWormünder und Herren fehenden Leuten, weder Öffentlich noch heimlich oder in abgeleges 
nen Zimmern zu geflatten, zu dulden, zu hegen, dazu weder einigen Vorfchub und Gelegen« 
heit zu geben, noch weniger felben (immaßen denn die Contravententen weder einige Bezahz 
Iung von den Vorgefetzten , noch eine richterlihe Apiftenz zu erwarten Haben follen, ) zu borz 
. f gen, 
  
    
    
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