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Sübecifche Munzeigen 
von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung dem gemeinen Beer 
nöchig und nüßlich if, 
Bier und Zwansigftes Stück den 12. Yun 1784, 
  
orfälle, daran bas Publikum Antheil nimmt, find ja der eigentliche Gegenftand diefer 
Y Blätter. Und wie follte es nicht Untheil daran nehmen, wenn Gott den einen oder andern 
unfrer vi-kgeliebten Mitbürger feltene und vorzügliche Wobithaten erzeigt? Der NRechtichaffene, 
der Chrift trauret mit dem Zranrigen, und freuet fi mit dem Frdligen, Wir wollen ung alfo 
Auch mit zween würdigen und verdienfivollen Mitbürgern freuen über feltene Freuden, die Gott 
ihnen in diefen Tagen gepdunet hat! 
AUım zten diefes Monats waren e& gerade 40 Yahre, da unfer Herr Nektor Hverbe von 
dem feel, rn, Rektor Let. von Seelen als Subrekftor in fein Umt eingeführet murde. 
Der würdige Mann war wohl aufmerkffam auf diefen Tag, aber andere waren e8 auch, 
ohne daß er es vermuthete, Da er feiner Gewohnheit nad) Vormittags die dritte Öffentliche 
Stunde halten wolte, erbath fidh der Herr Conrektor Zehn die Erlaubnif mit feinen Sohne 
das Catheder betreten, und Yhm diefe Stunde widmen zu dürfen, Lehrern und Lernenden wurden 
alfo die Zhüren erdfnet, und e& beehrten aud) diefe Handlung unvermuthet felbft einige unfrer 
Herren Dbern und Gelehrten mit ihrer Gegenwart, Der Herr Conrektor machte mit einer 
Fleinen lateinifchen Rede den Anfang, Diefem feinem Hrn. Bater folgte der hofnungsvolle 
Sohn Hermann Sriderich Zehn, ebenfals mit einer lateinifchen Rede, und nachdem darauf 
das Danklied; Yun danket alle Gott, gefungen war, hefchloß der Herr Rektor felbft mit einer 
Heinen rührenden und wohlgefeßten lateinifchen Rede, 
Diefe Feyer haben hierauf vermehrt der Herr Subrektor Federau im Namen des Collegii 
Cathariniani durch ein Iateinifhes, die Mitglieder der erften und zwoten Ordnung des Syms 
mafıtl durch ein lateinifches und deutfches, fo wie die Mitglieder der Dritten Ordnung durch 
ein deutfches Gedicht, und endlich auch der mürdige Sohn unires Herrn Predigers Sieg, einer 
der Zuhörer des Hrn, Rekters Hinrich Ibhriftian Sieg, durch ein lateini{dhes Gedicht, 
Gott ernene die Gefundheit und Kräfte diefes verdienfivoNen Lehrers, der Zierde unfres 
GSGymnafii, der fich durch fo viele wohlgezogene Männer in und aufferhalb Lübeck {hon Jängft 
ein {eltene$ Berdieuft erworben hat, adıune Ihm in feinem Alter Freude aller Urt in reicher 
Maanfe, und laffe ihn auch dereimft fein 5ojähriges Umts= Yubelfeßt begehen! 
Ein noch merfwürdigerer Tag, weil er feltener if, war der te diefes Monats, denn an 
bemfelben beging der ehrmürdige Greif unfer allgemein beliebte Herr Wobrmann angefehener 
Kaufmann, erfter bürgerlicher Vorfieher der St. Marien Kirche, und abgedienter Vorkicher 
des Waijen: und Gaft-Haufes, mit feiner Gattin fein zojähriges eheliches Subel-Feft. 
Der Herr Beichtvater und die nächften Anvermandten diefes Haufes waren hiezu eingeladen, 
Nachdem fich die Sefellfchaft zu Tijche gefeßt hatte, verrichtete jener, der Hr, Paftor von der 
Hude ein lautes befonders zu diefer Feyer eingerichtetes fehr rührendes Dank: und Zilch-Gebet, 
worauf die Gefellfchaft mit einer wohlbefeßten Mufik unterhalten und mit einer hiezu geprägten 
Sedächtnigmünze befchenket ward. : 
Diele Münze zeigt auf der einen Seite das wohlgetroffene Bild des Hrn. Wöhrmanns 
mit der Umfchrift HINRICH WOHRMANN GeB, 1702. auf der andern aber beffen 
Ebegattin mit der Umfehrift ENGEL czs, TESDORPFEN 1715. die Exergue bender 
Seiten enthält die Infehrift L. LAHRIGE EHELEUTE, LüBzECK D, Z.AUN, 1784. 
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