Full text: Lübeckische Anzeigen 1784 (1784)

  
beckitche Muzeigen 
von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung dem gemeinen BWefen 
. xöchig und nüßlich if, 
Drittes Stück den 17. Yanuar 1784, 
  
Berordnung 
wofder das fchnelle und unvorfichtige Fahren der Kutfcher und Fuhrleute, 
DJ die Höchft traurige Folgen des unvorfichtigen und außerordentlich gefehwinden Fahs 
reng, annoch einem jeden in frifhem Andenken feyn werden, und LIHS, Burger: 
meiftere und NRatl) diefer Stadt, veranlaffet haben, foldhem theils unfhiclichen, theils 
nachtheiligen und mit Lebens:Gefahr derjenigen, die fich ihrer Gejchäfte halber und auch (ons 
fen auf der Straße befinden, nicht felten verbundenen, mit allerley Huhrmwerk ben Tages: und 
bey Nachtz Zeiten bemerkten, farken Jagen zu euren, und auf ernftliche Weife Wandel zu 
fehaffen: As wird hiedurch allen und jeden, und namentlich den Kutfhern, Fuhrleuten, Mieths 
Kutfchern, Bauren und Karrenführern, das (Anelle Fahren und Jagen in der Stadt und ins 
werhalb der höre, ben nachdrücklicher Strafe unterfaget und verboten, E8 (vll ihrer aller 
Pflicht feyn, durchaus ale mögliche Dehutfamkeit im Fahren, befonders in (Ohmalen Straßen, 
and beym Umbiegen um die Ehen, anzuwenden; und wenn bereits ein Fuhrwerk in irgend 
eine enge Safe hineingefahren, fodann entweder durch eine andere Straße den Meg zu weh: 
men, oder an dem Eingang der erfleren Gafe, fo lange Halte zu machen, bis jenes Suhrwert 
folche paffıret ift und eine freye Bahn gemacht hat, 
Diefe Kutfcher und Fuhrleute 1. werden aud) hiedurch angewiefen, fie begegnen fich, ws 
fie wollen, zu aller Zeit zur Rechten auszumeichen; und, damit zu Ybend>» und MNachtzeiten 
alles Unglück und beforglidher Schaden, befonders für alte, Franke, auch etwa Laft tragende 
Perfonen, und Kinder verhütet werden mdge, fobald das Monden = Licht aufhöret, nicht ohne 
brennende Laternen vor ihren Kutfhen fich betreten zu lafen; nicht weniger auch, weil aus übe 
Ter Gewohnheit die Kutfhen oder auch Flecken: und andere Wigen, ohne daß die Deihfel auf“ 
gerichtet, ober abgezogen worden, auf der Gaffen ftehen bleiben, und folchergeflalt Fußgänger, 
doruemlich bey dunkler Abendzeit, Leicht zum Fallen und anderen Ungemächlichkeiten gebracht 
an Fönnen, foldhe HYinderniffe und Defchränkungen der freyen Payage aus dem Wege zu 
räumen. 
Sollte fi jemand wieder diefe vorbefchriebene Verordnung durch Saumfeligkeit, Aus 
vorfichtigkeit ober wohl gar muthwikiger und vorfeblicher Weifje etwas zu Schulden fommen 
Taffen, und auf eine (oldje Yıt vergehen, daß dadurch Temanden anders Echaden und Vers 
Teßung zugefüget würde; So fol derfelbe nach Befinden, nebft Erftattung der Koßlen mit 
GSGefängnif, und menn daben SGefundheit oder fogar das Leben eingebüffet werden dürfte, mit 
ohnausbleibliher Zucthausz auch wach Befund der Umftände, Lebens: Strafe angefehen und 
beleget werden, N : 
Mie nun übrigens die Herrfchaften, welche Kutfjher in iören Dienften haben, von (elbft 
geneigt fenn werben, diefe helfame Verfügung durch dienfame Anweifung zur Ordnung und 
ehorfamlichen Befolgung, bey ihrem Sefinde aufrecht zu erhalten; alio wird den Herren der 
Bette committiret, Fey den Fuhrleuten die Bekanntmachung diefes Mandati auf die füglichfte 
Meife zu veranftallten; glei dann den Herrn des Gerichts die Contravenicuten in gebührende 
Strafe zu nehmen, hiedurch befouders aufgetragen wird, 
Wornach fid die Beykommende zu richten und für Schaden und Unluft zu hüten baben 
-Adtum & decretum in Senasu He publicatumque füb Sgillo d, 27, Januar. 1781,
	        

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