Lübeekifcde Muzeigen 
von allerhand Sachen, deren Befanntmachung dem gemeinen Wefen 
nöthig und nüßlich if, 
  
Zwölftes Stück den 20. März 17844 
  
Mandat wider das unzuläßige Spielen, 
Yen Ein Hochweifer Rath mit äußerftem Mipfallen vernommen, wasmaßen, 
aller bisher auch noch den 11, Novemb, 1767 und ı1, Junit 1768 erlaffenen und das 
gemeine und befondere Q0ohl zum Augenmerk habzuden fAadıvarerlıchen Ermahnungen und 
vorigkeitlichen Verbote ohngeacktet, verfchiedene junge Leute und Dediente, in denjenigen Une 
ordnungen, deren gefährliche Folgen ihnen von feibjien jebon ein Riegel feyn follten, forıges 
fahren, in Coffee» Wirths: und andern Bürger Hufern, ıhre ordentlıchen Zrunk: und Spiele 
Selage zu halten, und fh dafelbit den Hazard; wie aud) den übermäßigen hohen Spielen 
in Karten, auf den Billiard, und auf der Kegelbahn, der Schweiger:y und andern Ihre zeitz 
liche Glückjeligkeit zerflhrenden Ausihweifungen zu Guerlaffen, moben die traurige Era 
fahrung gezeiger, daß diefe befhimpfende Lebensart von einigen Wirzhen ur Derbergen, Cofz 
fees Wein: Drandtwein: und Brer: Zchenken, auch von andern diefer Stadt Bürgern, aus 
niedriger Gewinnfucht, durch unerlaubte Berreizungen, Aniockungen und Gelegenheitmachen, 
zum Nachtheil des gemeinen Wefens und zum Verderb der juugen Leute, auch wohl gar 
mehrmabhlen unter (haundlicher Entheiligung des Sabbarhs, befördert werde, wodurch dann 
mancher junger Buriche nicht allein faınzr Gefundheit den größten und unwiederbringlichen 
Schaden zugefüger, (ondern fich auch zum Müziggang verwöhnt, zu allen Gefchäften un» 
tüchtig gemacht ;-dae von feinen Yeltern Muer erworbene Vermögen hederlıch durchgebracht; 
denfelden oder feiner Hırrfchaft durch Ergreifung diebijcher und ehrlofer Mittel das Ihrige entz 
mwandt, folglich mit unverantwortlicher und fhudder Hintanfezung der zu feinem Wohl, nach 
göttlichen und natürlichen Gefegen, ihme obliegenden Pflichten, feine zeitiche Wohlfahrt zu 
Grunde gerichtet, und fich in das äußerfe Berderben und Elend eines Fummervollen Lebens, 
unter den beiffenden Vorwürfen (eines Gewiffens und innerlihen Richters jener thörichten 
Handlungen verfenfet hat; 
ME will Ein Hochweiftr Rat um diefem dem Staate fo hFöchfichädlihen, die 
MReligion uud Sittlichkett enichrenden, und jich wiebzr die allgemeine Reicha« und infonderbeit 
diefer Stadt Rechte und Hetliamıe Saßungen außehnendes Uuweren, Kraft O.igkeirlichen Amt8, 
gedührend Einhalt zu thun, fowohl die Gaftaeber, Wirthe in Coffee: Wen ; Hrandeweinz und 
Biere Schenken, in der Sradt uud vor den Ihoren, a!3 hoerhanpt alle RBürger und Einwohs 
ner, die keine Wirthe Coffee: :c, Schenker find, und doch derakeichen verderbliche Zufammens 
Fänfre und Spiel: Gefellfhaften in ihren Han , oder anf ihren Garten, acs Gemwiunfucht 
verftatten, hiemit nocbmablen fadtoszrerlıch eimahuer haben, zugleich aber denfelben ande. 
fehlen, in ihren Hdueen, Wohnungen und Garten Feine Freguentirung oder Auskbung ders 
gleichen verführertfchen Zpicl: Gefellichaften von Jungen und unter der Gewalt der Neitern, 
Mormänder, und Herren Aehenden Leuzen, weder Öffentlich noch heimlıch ober in abyeleges 
nen Zimmern zu geflatten, zu dulden, zu hegen, dazu weder eintgen Borfchub und Gclegen» 
heit zu geben, noch meniger felben (immaßen benn die Contravenienten weder einige Bezahz 
Zung von den Worgefeßten, uoch cine richterluche Apiflenz zu erwarten haben follen,) zu bors 
gen, 
  
  
  
  
      
  
    
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.