Full text: Lübeckische Anzeigen 1784 (1784)

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übeckifche Muzeigen 
von allerhand Sachen, deren Bekanntmachung dem gemeinen Wefen 
nöthig und nüßlich if, 
Erfies Stück den 3. Yamuar 1784. 
  
  
Zum Anfange des 17840 Yahres, 
S Yie Tafel hängt. Wer fehaut? SGefäte Schimmer gatten 
Sich zur gefärbten Nacht der fchwach erhellten Schatten, 
To fich mit Schrecken Fiur, Gchürg und Stadt verlohr, 
MWeift noch der Erde Schlund die halben Trümmer vor. 
Ein tiefer Schauplaß fKtebht geöffnet fern im Norden, 
Aus der Empdrung if der junge Staat geworden, 
Der feine Nerven rafch zu fchuellem Wachsthum fpannt, 
Mir fprödem SGroll verfhnäht der Sohn fein Mutterland, 
Scheint groß, mehr, als er ift, befeelt in fremden Reichen, 
Als Beyfpick, eine Saat zu mebhrern feines Oleichen, 
Debherrfcht ich felber Kaum, fühlt Ohnmacht, büßet ein 
Und glaubt bey fchwererm Druck nur mehr befreyt zu feyn. 
DBBeforgtre Negung wird den Sinn zum Often lenken, 
Zwo Mächte winfen fich die dritte zu beichränfken, 
Den erften Streich befeufzt ein Geift, der fchrecklich Nil 
Auf Rache finnt und fchon die Erd erfchüttern will, 
Die heimlich (hwüle Luft befchwängert fich mit Stürmen, 
Die fchon von ferne her Gewitterwolfen thürımen 
1lnud mit Berwüftung drohn; wo nicht die Hand es wehrt, 
Durch deren Kraft die Welt in ihren Angeln fährt, 
Ybr lodert reinte Glut auf immer mehr Altären, 
Um ein des Yrrtbums Reich im Ganzen zu verheeren. 
Nur blieb fein fnftver Schwarm noch nicmals unbemübt, 
Der ringsum Damnıpf erregt und hämifch Funken fprübt, 
Wenn wird die Wahrheit einft in aufgehelltern Bildern 
Mit Anmuthreicher Pracht den Lauf der Zeiten fchildern ? 
Noch wohnt, wohin ein Blick erlaubter Spähung bricht, 
Hier Hoffnung, dort die Furcht und nirgend Zuverficht, 
Freut forfchende Bernunft fich billig ihres Ganges ? 
Berliehrt fich, oder wächft die Yebermacht des Zwanges? 
  
 
	        

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