Full text: Lübeckische Anzeigen 1771 (1771)

  
   
  
Beytkrag 
Zum 4. Shicf der Qubeckifchen Anzeigen. 
Mittwochen den 23. Yanıuar 1771. 
a EP 
Fortfeßung der Febensgefchichte des Hın, Phyfikus von Melle, 
Ur weiter zu reifen, nahnı ev den ı7 Julius abermal die Diligence, Diefe Fahrt gefiel 
ihm, Er fand allemal gute Gefellfchaft und auch fo viel Beguemlichteit, daß er völlig zufeie: 
den feyn Fonnte. Er gieng damir die Saone hinaus, Macon vorbey bis Chalon. Bon damnen 
veifete er wiederum zu Yande: ud die Derter, auf weiche er zufam, waren Aryoy le Duc, 
Sarlieu, Berntenton, Yuyerre, Yeigny, Sens und Pont fur Yomne, wo ein Paar Stunden 
vorher eirz von den benachbarten Bergen herabgekommene Wajgferfut viele Haufer niedergerıfs 
fen und große Refthr zung nachgelaffen hatte, ferner Montreau, wo die Yınue fich in die Seine 
ergiejit, imgleichen Melun und Charenton, worauf er über die Marne gieng und weiter zwi: 
fchen unterfchiedlichen Yuftfchlöffern hinfuhr, bis er endlich den 25 Julius des Abends glück: 
fich in Paris anfam., Damals hatte er, feir dem 21 May, da er Mom verließ, gerade zwecn 
Monate vollbracht und in denfelben über dritzehalb Hundert Meilen vhue aller Anftopi abge: 
veijer, wofür er @ott innigft dankte. 
Kun der Heineu Welt, woriun er ich nunmehr befand, gab c& allerley Veränderungen, 
anıcht allein für ihır, fondern auch in Abficht auf die Unftände und Begebenheiten, Iu der 
Macht vor feiner Unkunft 3. E. war die Wittwe des 1714 verforbenen Juugen Hevzoge von 
Berry Todgs verfahren, welche fehr ernftlich ben ihrer Beerdigung alle Feyerlichkeiten unters 
fager hatte, Den dritten ag hingegen, an einem Sonutage, hielt der Holländifche Abgefund: 
te feinen öffentkchen Einzug, woben es defto feyerlicher hergieng. Yu Betracht feiner Wbfich= 
ten war c6 ein Schade, den er (ehr bedaurete, daß (ein bekannter unv fehr gelıchter Freund, 
> Herr D. Matner, nicht mehr in Paris war,  Diefer Mann hätte ihn bey den berühmteften 
MHerzten und Wundarzten und überall, wo es vortheilhaft gewejen wäre, herumführen Föunen, 
Allein e& war derfelbe vor 10 oder 72 Tagen abgereifer. Ihın entfiand hieraus die Nothwe 
digkeit fich (elber zu helfen und fich durchzufragen, fo gut cr fonute, Der Profeffor der Kraus 
terfunde, Herr Vaillant, bey welchen er bald feine Hufwartung machte, war fo gefällig, ihn Im 
Medicinergarten des Khnigs herumzuführen und mit den beträchtlichen darin befindlichen 
Stücken einiger Magen bekannt zu machen. Die ordentlichen Unterweifungen in diejen Gare 
ton, die nicht anders als im Yunlus und Julius gehalten werden, hatten fhon frit 4 Lagen 
aufgehöret, Hingegen las Hr. Geoffroy dariunen auf der Bühne (dem Anıphithrarer)des Gayz 
tens, indem er die ganze Schmelzkungt durchlief, woben er Aeißig einen Zuhörer abgab, Auf 
“die Handgriffe der Wundärzte fo wohl inı Hotel Dieu, als auch in der Charite, wandte ev mit 
Sorgfalt eine große Hufmerkfamkeit, und eben fo verhielt er fich im AUnfebung dever, die den 
Stein fchnitten, deren Bemühungen mit den Herbfk ihren Anfang nahmen, \ 
Mu Statt des 1707 verftorbenen Tourneforts war t80 Hr. Anton Yufficu Profejfor der, 
Aräuterfenumniß, ein fleißiger Liebhaber und Sanıuler fchätsbarer, befonders Feanzöhicher, 
Foffilien, bey den er mit Bergnügen einmal über das andre feinen Beruch ablegte. Hs Duz 
Manift jhöpfte er großes Bergnägen und ungemeinen Vortheil aus den Unterrednngen nat dem 
gelehrten Benebietiner Bernhard von Montfaucon und andern Hauptgelehrren in Paric, denen 
er fleißig zufprach. Dazu Faıen die fo vielen und herrlichen Bibliotheken des Kdınga, der 
ae „ der Kldfter und der Gelehrten, Eine fehöne Münzfmnlanng jahe er beyur Syn. Nis 
1as von Mahndel, der ihn auch Öfters auf Kincm Zimmer befuchte, Dusch die Bermigtelung 
diefrs Mannes erlangte & auch die Bekanutfchaft mit dem To Herkhmten. Kenner der Yün; 
and der Alterthämer unter den Fvanzofen, Hyn, Carl Gäfer Baudelot von Dairval, defen 
  
  
  
  
   
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.