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02/11

„Unsere öffentliche Büchersammlung
gehöret freylich weder zu den ältesten
noch bis jetzt zu den reichsten Teutsch-
lands; doch war sie schon seit 160 Jahren
eine nützliche Zierde der Republick und
hat sich besonders in den nächst verflos-
senen 30 Jahren ungemein vorteilhaft ver-
ändert.“

Das Bewusstsein von der Bedeutung,
aber auch von der Geschichte dieser Bi-
bliothek war also durchaus präsent. Wich-
tig war immer die Frage, wie die Stadtbi-
bliothek erhalten und alimentiert werden
sollte. Nun ist offensichtlich, dass in einer

zentrum, wenn sie authentisch beiträgt
zur

- I. Rekonstruktion der Vergangen-
heit, wenn sie als

- 2. Zentrum der Wissensgesellschaft
dient und wenn sie,

 
  
  

Stadt selbstbewusster Bürger eine BiblleallS

thek, und sei sie auch noch so umfang-
reich und kostbar wie diejenige Lübecks,
nicht leicht zum Gegenstand dauernder

Aufmerksamkeit wird, weil sie als die- I

nende und nicht unbedingt immer als
glänzende Institution verstanden wird.
Heute aber wissen wir, wie wichtig

ein starkes Selbstverständnis selbst in a.
ten Städten ist und welche Rolle Biblio- !

theken dabei spielen können. Denn ihre
Identität gewinnen gerade alte Städte erst,
wenn sie sich ihrer Tradition versichern.
Immer spielen die musealen Räume, und

immer spielt auch die Öffentlichkeitsar- |

  
   
 

Festakt in der Stadtbibliothek

chen Zuwendungen der öffentlichen Hän-
de für Belange der Kultur, des Buches
und der literarischen Bildung. Natürlich
sind solche Schlagworte leicht zur Hand,
dass es „ohne Herkunft keine Zukunft“
gebe oder dass der „alten Bibliothek“ in
den Städten eine Zukunkt gegeben wer-
den müsse, nicht zuletzt als Attraktion für
die Touristen aus nah und fern. Oder es
ließe sich gar Goethes wohlfeiles Diktum
von den „ungeahnte Zinsen“ tragenden
Bibliotheken als Schatzhäusern bemühen.
Gewiss legt der heutige Anlass den Hin-
weis nahe, dass in der Wissensgesell-
schaft und bei den Qualifizierungs- und
Diversifizierungsbestrebungen profkil-
süchtiger Wissenschaft den alten Biblio-
theken eine besondere Rolle als Reservoir
zur Gewinnung neuer Ansichten zukom-
me. So ist die Versuchung groß, den Sta-
tus einer „research library“, einer For-
schungsbibliothek anzustreben.

So sehr alle bereits genannten Gründe
als Argumente für die Erhaltung und Pfle-
ge einer alten Bibliothek sinnvoll erschei-
nen mögen, so sehr habe ich mich doch

auch gefragt, wie ich am Beginn des 21.

beit durch Ausstellungen und Konzerte Ku
eine wichtige Rolle. Doch wenn die ale..®

Stadt eine Zukunkt haben will, braucht sie
dreierlei:

~- sie muss sich ihrer eigenen Ge-
schichtlichkeit versichern,

~- sie muss sich als Zentrum der mo-
dernen Wissensgesellschaft verstehen
und

- si muss sich selbst im Zeitalter der
Globalisierung und gleichzeitigen zuneh-
menden Bedeutung von Regionen im in-
ternationalen Kontext platzieren und
dabei gewissermaßen sich selbst neu er-
finden. Diese Voraussetzungen zur Zu-
kunktsfähigkeit sind nicht ausschließlich,
aber doch aufs Engste mit den alten Stadt-
bibliotheken verknüpft,. unter denen die
Lübecker in Europa eine der wichtigen
ist. Eine Stadt wird nur dann mehr sein als
ein Dienstleistungs- und Distributions-

Begrüßt wurden die Gäste durch Kultur-
senator Ulrich Meyenborg

- 3. den Anforderungen der Globali-

sierung gerecht wird.

4%

Von der unerschöpflichen
Weisheit

Alle drei Forderungen lassen mich
von alten Bibliotheken als Orten „uner-
schöptlicher Weisheit“ reden. So werde
ich keine Klage führen über den Verfall
des Kulturbewusstseins und der Lesefä-
higkeit der Jugend oder über die spärli-

 

; Jahrhunderts einem jungen Menschen
| verständlich machen könnte, was das Be-

sondere an einer Bibliothek wie der Lübe-
cker sei und worin die unerschöpfliche
Weisheit alter Bibliotheken liege.

Die sich wandelnde Bibliothek
Um hier einen eigenen Standpunkt zu
gewinnen, wende ich mich nochmals die-
ser Ihrer Bibliothek zu. Auch hier in Lü-
beck, wie anderswo, ist Bibliotheksge-
schichte stets auch Baugeschichte gewe-
sen, weil immer wieder der Raum ge-
schaffen werden musste, um Bücher auf-
zustellen und benutzbar zu machen und
auch um für sonstige Zwecke zur Verfü-
gung zu stehen. Hinter den Raumpro-
grammen stand immer auch eine Idee.
Dies belegt die jüngste Geschichte der
Lübecker Stadtbibliothek. Diese Anfang
des 17. Jahrhunderts gegründete Instituti-

 

Theaterring

Nächste Vorstellung in der Oper:
Mi.. 29.5. 19.30 Uhr

Nächste Vorstellung im Schauspiel:
§o.,. 9.6. 20.00 Uhr
GT II ?

Cosi kan tutte
von Mozart

Clavigo
von Goethe

 

 

 

Lübeckische Blätter 2002/11

159
        

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