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Er erwarb 1930 den Landsitz Carwitz in
mecklenburg, den er mit seiner Familie
bearbeitete. 1944 musste er die Trinker-
heilanstalt Neustrelitz aufsuchen. 1945
wurde er Bürgermeister von Feldberg.
Fallada, der 1945 nach Berlin zurück-
kehrte, starb am 5. Februar 1947 an einer
Überdosis von Betäubungsmitteln nach
schwerer Krankheit.

Fallada war ein bedeutender Milieu-
schilderer von genialer Beobachtungsga-
be und subtilem Humor in reportagehaf-
tem, bewusst trivialem und vordergründi-
gem Stil mit lebensnahen Dialogen. Er
hatte Riesenerfolg mit seinen politisch-
sozialen Zeitromanen aus der Alltagswelt
der kleinen Leute um moralische. wirt-
schaftliche und soziale Probleme der
Nachkriegszeit. Optimistisch glaubte er
an die Lebenskraft des Volkes. Durch
Übernahme von Kolportageelementen
besteht eine Nähe zum Unterhaltungsro-

man; trotz Willens zu harter Wirklich-
keitsschilderung existiert die Gefahr der
Verniedlichung, Idyllik und anekdoti-
scher Auswüchse.

In den Jahren der Nazidiktatur ent-
standen in Carwitz und Feldberg wichtige
Werke, die zum Jahrhundertbestand der
deutschen Literatur gehören: „Wer
einmal aus dem Blechnaptk frisst“ ( 1934),
„Wolf unter Wölfen“ (1938), „„Der eiserne
Gustav“ (1938), „Der Trinker“ (1944) so-
wie Kinder- und Erinnerungsbücher. Je-
des seiner Bücher wurde von den Natio-
nalsozialisten bekämpft, konnte aber -
nach Zugeständnissen und Kompromis-
sen - seinen Weg zu Lesern finden. Er
lernte in Berlin Johannes R. Becher ken-
nen, der damals noch als expressionisti-
scher Autor bei Rowohlt publizierte.

Crepon, der 1938 in Demmin geboren
wurde und von 1971 bis 1985 als Direktor
des Literaturzentrums tätig war, recher-

 

MELDUNGEN

Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit

 

Konzerte des Vereins der
Musikfreunde

Die beiden letzten Konzerte dieser Spiel-
zeit finden beide in der MU]UK statt, und
zwar kurz aufeinander:

Am 25. Mai, 19.30 Uhr

Ltg. Roberto Abbado

Nicolaj Znaider, Violine

Christoph Bantzer, Sprecher
NDR-Chor/Orchester

Nielssen: Violinkonzert op. 33
Mendelssohn Bartholdy: „Ein Sommern-
achtstraum“ op. 61

Am 26. Mai, 19.30 Uhr

Alfred Brendel. Klavier

Haydn: Sonate g-moll Hob. XVI:44
Mozart: Fantasie d-moll KV 397

Mozart: Klaviersonate Nr. 9 a-moll KV
310

Beethoven: Diabelli-Variationen C-Dur
op. 120

Exkursion nach Neustadt und
Altenkrempe

Seine Mitglieder und Freunde lädt der
Verein für Lübeckische Geschichte und
Altertumskunde zur wissenschaftlichen
Exkursion nach Altenkrempe und Neu-
stadt unter Leitung von Günter- Meyer,
Malente. am Sonnabend, dem I. Juni, ein.
Anfahrt über Autobahn bis Ausfahrt Neu-

stadt Nord, dann Richtung Schönwalde,
auk der rechten Seite Parkplatz vor der
Kirche von Altenkrempe (Treffen 10
Uhr). Im Mittelpunkt stehen eine der
schönsten romanischen Kirchen in Ost-
holstein und die Stadt Neustadt. Anmel-
dung zur Teilnahme bis spätestens 27.
Mai, bitte mit Angabe der Anzahl der
Teilnehmer, der Teilnehmer am Mittages-
sen (bitte Angabe des gewählten Essens)
und der Teilnahme am Kaffeetrinken. Die
Höchstzahl der Teilnehmer muss leider
aut 35 Personen beschränkt werden.

Neueingänge Frühjahr 2002

Berliner Ausgabe, Willy Brandt, Bd. |
Hitler ist nicht Deutschland, Jugend in
Lübeck - Exil in Norwegen 1928-1940.
Bonn 2002

Brisard, J. Ch., Guillaume, D., Die verbo-
tene Wahrheit, die Verstrickungen der
USA mit Osama bin Laden, Zürich 2001

Engert, Jürgen, Mein Gott - Berlin -, von
der Elbe an die Spree, ein deutscher Le-
benslauf, Leipzig 2001

Grass, Günter, Im Krebsgang, eine No-
velle, Göttingen 2002

Holzer, Kerstin, Elisabeth Mann Borgese,
ein Lebensportrait, Berlin 2002

Kessler, Matthias, „Ich muss doch mei-
nen Vater lieben, oder?“ Die Lebensge-
schichte von Monika Göth. Tochter des

Meldungen

chierte akribisch und präsentierte viele
neue Details der entscheidenden Lebens-
stationen eines Verletzlichen. der seine
Zuklucht in Alkohol und Drogen suchte,
um seine Schwächen wusste und dennoch
nicht imstande war, sie zu überwinden -
das Leben eines Außenseiters und Einzel-
gängers wider Willen: „Denn wer mehr
Leben als eines lebt, stirbt mehr als einen
Tod“, wie es Oscar Wilde formulierte.
Der Referent bot eine einfühlsame Sicht
ohne Rechthaberei und einseitige Wer-
tungen.

Crepon, der die Fallada-Monographie
„Leben und Tod des Hans Fallada“ und
das Buch „Kurzes Leben - langes Ster-
ben“ publizierte und sein Leben vor dem
historischen Hintergrund schilderte,
stimmte mit seinem Vortrag auf eine am
22. Juni stattfindende Fallada-Exkursion
nach Feldberg-Carwitz ein.

Lutz Gallinat

KZ-Kommandanten aus Schindlers Liste,
Frankfurt 2002

Kopetzky, Steffen, Grand Tour, oder die
Nacht der großen Complikation, Roman,
Berlin 2002

Kühn, Dieter, Frau Merian, eine Lebens-
geschichte, Frankfurt 2002

 

Redaktionsschluss
für das am 25. Mai erscheinende
Heft 11 der Lübeckischen Blätter ist am
Dienstag. 14. Mai.

 

 

 

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Lübeckische Blätter 2002/10

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